pResilienz-Schulung: Training für die Seele
2 Kommentare"Oft haben Menschen das Gefühl, sie müssten ein total glückliches, tolles Leben führen"
Monika Gruhls Klienten kommen aus unterschiedlichsten Gründen. Allgemeine Zukunftsängste spielen eine große Rolle, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Überreizung und Überforderung: „Viele kommen gar nicht mehr zu Ruhe, zerreißen sich zwischen Familie und Beruf, wollen alles 150prozentig machen und müssen ständig erreichbar sein“, sagt die Trainerin. Auch sei die Frustrationstoleranz deutlich geringer als früher: „Oft haben Menschen das Gefühl, sie müssten ein total glückliches, tolles Leben führen – was den Nachteil hat, dass alles, was darunter liegt, nicht mehr ausreicht. Die Fülle an Möglichkeiten in unserem Leben ist wunderbar, aber sie führt auch dazu, dass manche denken, sie müssten alles ausschöpfen“. Monika Gruhl betont, dass sich die Probleme der Menschen in den letzten Jahren zwar nicht verändert, wohl aber verschärft haben. „Tendenzen wie starke Erschöpfung oder Burn-Out sind viel stärker geworden. Wir machen dagegen keine Therapie, sondern arbeiten vorbeugend, damit man gar nicht erst in die Spirale der Erschöpfung hineingerät“. Besonders stark gelte dies beispielsweise für Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten: „Häufig können diese Menschen wegen des Stellenschlüssels gar nicht mehr das tun, was sie einmal als Beruf gewählt haben, nämlich sich kranken Menschen fachlich und menschlich zuwenden. Was eigentlich die eigene berufliche Identität ist und wo man sie noch finden kann, ist oft Thema.“
Widerstand gegen den belastenden Beurfsalltag entwickeln
Gerade in der modernen Arbeitswelt müssen viele Berufstätige mit Einjahresverträgen, drohenden Kündigungen und sich häufig verändernden Arbeitsbedingungen klarkommen. Ein Resilienztraining kann helfen, dabei auch Chancen zu ergreifen, anstatt sich nur in die Opferrolle zurückzuziehen. Monika Gruhl zeigt ihren Klienten, was gut gelaufen ist und wie sie sich in kleinen Schritten selbst wieder aufrichten können. „Die Frage ist nicht: Wie kann der Coach mich stabilisieren? Sondern: Was kann ich tun, damit ich mich selber schnell erhole und zu Kräften komme? Es geht um Selbstregulierung und Selbstpflege.“
Wer selbst gern resilienter werden möchten, kann sich coachen lassen, ein Seminar besuchen oder einen der inzwischen zahlreichen Ratgeber lesen. Und sich vor allem vergegenwärtigen, was man schon alles im Leben geleistet hat. Denn ob Schulabschluss, Ausbildung, Gründung einer Familie oder Führerschein - irgendetwas, worauf man stolz sein kann, hat jeder schon einmal geschafft.