Das kann teuer werden - mit der richtigen Versicherung geht's. Foto: Julian Stratenschulte/dpap

Kfz-Versicherung für Verbraucher Wie sich 1000 Euro sparen lassen

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Wer ein Auto versichert, sollte sich nicht nur auf Internet-Vergleichsportale verlassen. Kündigungsfristen laufen bald ab, wer wechseln will, sollte den Test machen.

Mit dem Herbst neigt sich das Jahr so langsam dem Ende zu – Zeit also, seine Kfz-Versicherung zu überprüfen. Denn Verbraucher können durch ein paar Tricks über 1000 Euro jährlich sparen. Das geht aus einem Vergleich verschiedener Versicherer durch das gemeinnützige Verbraucherportal Finanztip hervor. Da das Versicherungsjahr im Regelfall zusammen mit dem kalendarischen Jahr am 31. Dezember endet, ist eine Kündigung des alten Versicherungsvertrages noch bis zum 30. November 2016 möglich, um die Monatsfrist einzuhalten. Bis dahin sollten Versicherte ihre Verträge checken.

1700 Euro können auf 450 reduziert werden

Mithilfe der 32 gewöhnlichsten Fahrerprofile suchte Finanztip nach dem günstigsten Kfz-Tarif. In einem Musterbeispiel stellten Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, und Versicherungsexpertin Annika Krempel einen 37-jährigen Autofahrer eines 2012er VW Golfs vor, der Vollkasko ohne Selbstbeteiligung versichert sein soll. Dabei habe er in seinem Vertrag den Kreis der mitversicherten Fahrer nicht beschränkt, zahle seine Prämie anteilig monatlich und habe etwa 20.000 jährlich gefahrene Kilometer angegeben. Im Jahr würde dieser Fahrer so etwa 1700 Euro an seine Versicherung zahlen müssen.

„Diese Person macht im Grunde alles falsch“, sagte Annika Krempel. Nach ihrer Berechnung könnte der Versicherte seine Versicherungsprämie auf 450 Euro im Jahr drosseln – wenn er sich geschickt anstellt. Den Preis könne man etwa dadurch schon um etwa die Hälfte reduzieren, dass man den Fahrerkreis auf den Halter beschränke. So müsste der imaginäre 37-Jährige nur noch 730 Euro Jahresprämie zahlen, wenn er sich zusätzlich für eine einmalige jährliche Zahlung entscheidet – denn die Einmalzahlung reduziert den Preis spürbar. Auch die Angabe von 20.000 Kilometern treibe den Preis in die Höhe, sagte Krempel. Eine Reduktion auf 15.000 Kilometer jährlich würde den Preis insgesamt auf 660 Euro begrenzen. Mit Werkstattbindung und einer Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung zahle man so nur noch 450 Euro.

Verbraucher sollten Vergleichsportale und Direktversicherer abgleichen

Krempel betonte, dass der Versicherungsschutz auch bei fälschlich gemachten Angaben bestehen bliebe – ratsam sei das aber nicht. In manchen Fällen drohe eine Vertragsstrafe. „Sobald ein Unfall passiert, kontrolliert die Versicherung, ob die Angaben stimmen“, sagte Krempel. Die Versicherungen berechnen den angepassten Beitrag dann im Nachhinein auf Grundlage der neuen Angaben.

Das Wichtigste vor Abschluss einer Kfz-Versicherung sei, die Anbieter sorgfältig zu vergleichen, denn die einzelnen Merkmale, wie etwa ein Garagenstellplatz oder Alter des Fahrers, können den Preis unterschiedlich stark beeinflussen.

Das Finanzmagazin „Euro am Sonntag“ und das Deutsche Kundeninstitut haben das Vergleichsportal Check24.de mit der Note „Sehr gut“ bewertet, beim Finanztip-Test lag Verivox leicht vor Check24. Wer eine Kfz-Versicherung sucht, sollte sich aber nicht mehr nur auf die üblichen Onlineportale verlassen. Denn die zwei großen Direktversicherer mit teilweise günstigen Konditionen, die HUK24 und die Hannoversche, sind dort nicht gelistet. Verbraucher sollten deshalb ein Portal und die Tarife der großen Direktversicherer bei der Suche kombinieren, um den besten Preis zu ermitteln, rät Finanztip.

Demnächst werden die Versicherer die Preise für das kommende Jahr auf den Markt bringen. Annika Krempel erwartet eine leichte Preissenkung. Sollte der eigene Versicherer, bei dem bereits ein Vertrag besteht, mit günstigen Angebote für Neukunden werben, rät Krempel, zum Telefonhörer zu greifen, um mit einem Wechsel zu drohen: „Aus der Erfahrung wissen wir, dass Versicherer da durchaus mitgehen.

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