Der Preisvergleich lohnt sich, sagen Versicherungsexperten. Foto: Getty Images/iStockphoto
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Kfz-Studie So finden Sie die günstigste Autoversicherung

Laurin Meyer
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Wer Prämien in Raten zahlt, muss oft ordentlich drauflegen. Bei der Suche nach dem besten Tarif sollten Autofahrer mehrere Portale vergleichen.

Im Herbst geht es für Autofahrer ums Geld. Zum 1. Oktober berechnen viele Kfz-Versicherer ihre Tarife neu – und wer Angebote vergleicht, kann sparen. Doch das machen nur die wenigsten. Jeder dritte Fahrzeugbesitzer hat noch nie seine Versicherung gewechselt. Bis Ende November bleibt dafür noch Zeit. Eine am Donnerstag vorgestellte Studie des Verbraucher-Ratgebers „Finanztip“ zeigt nun, was Kfz-Versicherungen besonders teuer macht und wie Autofahrer die günstigsten Tarife finden können.

Der größte Aufreger für die Experten: Extrakosten für die Ratenzahlung. Denn wer seine Versicherungsprämie monatlich oder quartalsweise überweist, zahlt deutlich drauf. „Am teuersten ist die monatliche Überweisung“, sagt Annika Krempel von „Finanztip“. Sie erhöht die Kosten im Vergleich zur jährlichen Zahlung um durchschnittlich neun Prozent. Wer quartalsweise überweist, muss im Schnitt noch sieben Prozent mehr zahlen. Für Verbraucher lohnt es sich also, den Zahlungsrhythmus zu überprüfen. Die Verteuerung sei besonders in der heutigen Zeit unnötig, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur bei „Finanztip“. Schließlich sei die Inflation niedrig, die Überweisung laufe elektronisch und verursache kaum Kosten. „Das ist ein Extraverdienst, den sich die Versicherer da genehmigen.“ Mitunter seien sogar die Dispo-Gebühren günstiger als die anfallenden Mehrkosten, sagt Tenhagen.

Senioren zahlen mehr

Neben der Ratenzahlung zeigt die Studie noch weitere Kostentreiber. Wer etwa einen nicht eingeschränkten, unbestimmten Fahrerkreis hat, zahlt im Vergleich zum Alleinfahrer durchschnittlich 110 Prozent mehr. Zudem sollten Versicherte ihre Policen überprüfen. Wer weniger Kilometer fährt als im Tarif vereinbart, sollte den Tarif anpassen. Aber auch die Vereinbarung über eine Selbstbeteiligung im Schadensfall oder eine Werkstattbindung können den Preis nach unten drücken. Nichts ändern können Versicherte allerdings an ihrem Alter. So müssen Senioren zwangsläufig tiefer in die Tasche greifen. Die Prämie eines 75-Jährigen fällt durchschnittlich 52 Prozent höher aus als die eines 55-Jährigen.

Was macht die Kfz-Versicherung teuer? Grafik: Tsp/Schmidt
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Beim Vergleich gilt: Autofahrer sollten sich niemals auf nur eine Quelle verlassen, denn nirgendwo gebe es alle Tarife. Stattdessen empfehlen die Experten, mehrere Vergleichsportale und Anbieter miteinander zu vergleichen. In ihrer Studie suchte „Finanztip“ anhand von 32 Testprofilen auf verschiedenen Vergleichsportalen nach dem günstigsten Angebot. Das Ergebnis für die beiden Marktführer sei zwar solide, reiche aber allein nicht aus. So fand das Portal „Check24“ in 14 von 32 Fällen den besten Preis, „Verivox“ lediglich in acht. Bei beiden Portalen betrug die größte Abweichung vom günstigsten Angebot immerhin noch 24 Prozent. Verbraucher sollten deshalb immer zweimal vergleichen und mehrere Portale kombinieren. Dadurch steige die Trefferquote. Das beste Ergebnis bei den Testprofilen erzielte die Kombination von „Check24“ und „Verivox“.

Erste Anbieter ziehen sich zurück

Bei Verbraucherschützern gerieten die Vergleichsportale zuletzt immer wieder in die Kritik. In einer Studie hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) im Mai die Qualität der fünf am häufigsten genutzten Vergleichsportale für Finanzdienstleistungen untersuchen lassen. Das Ergebnis: Die Portale seien häufig nicht objektiv, die Ergebnisse nicht nachvollziehbar und nicht vollständig. Damit Verbraucher Finanzdienstleistungen wie etwa Kfz-Versicherungen vergleichen könnten, bräuchten sie aber einen umfassenden und objektiven Marktüberblick, sagt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt beim VZBV.

Hinzu kommt, dass immer mehr bedeutende Anbieter aus Vergleichsportalen aussteigen. Deutschlands größter Autoversicherer, die Huk-Coburg, hat angekündigt, sich ab Oktober nicht mehr listen zu lassen. Der Hauptgrund seien die hohen Kosten: Bei Vergleichsportalen gelistet zu sein, sei relativ teuer, teilte der Versicherer mit. Allerdings kritisiert das Unternehmen auch das Geschäftsmodell von „Check24“, „Verivox“ und Co. „Vergleichsportale gaukeln Vollständigkeit vor und erwecken so den Eindruck, das günstigste Angebot im gesamten Versicherungsmarkt zu finden“, sagt Huk-Vorstand Jörg Rheinländer.

Dass weniger Anbieter auf Vergleichsportalen unterwegs sind, könnte die Verbraucher künftig vor größere Herausforderungen stellen. Das mache den Vergleich nicht einfacher, sagt Versicherungsexperte Tenhagen. Zudem würden sich auch die Leistungen immer stärker unterscheiden. Eines sollten Versicherte aber immer versuchen: mit dem bisherigen Anbieter sprechen. Denn wer seine Wechselabsicht ankündige, der könne auch bei seinem Stammversicherer auf bessere Konditionen hoffen.

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