Brigitte Zypries, Bundeswirtschafts- und Energieministerin. Foto: Fabrizio Bensch/Reutersp

40 Jahre Energieforschung Strategischer Schlüssel für die Energiewende

Brigitte Zypries
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Mit einem Festakt feiert die Bundesregierung am Montag 40 Jahre Energiewende-Forschung. Auch in Zukunft wird Forschung unabdingbar bleiben. Ein Gastbeitrag.

Die Energiewende ist weltweit eines der größten Modernisierungs- und Investitionsprojekte. Ihr wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Erfolg ist nur durch intensive Forschung und Entwicklung zu erreichen. Die deutsche Energieforschung feiert in diesem Jahr ihren 40-jährigen Geburtstag und auch in Zukunft werden wir eine starke Energieforschung als strategischen Schlüssel für die Energiewende brauchen.

Wir haben beim Umbau unserer Energieversorgung hin zu mehr erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz schon vieles erreicht, aber zahlreiche weitere Schritte sind erforderlich. Für diesen Weg brauchen wir neue Technologien, vermutlich auch Technologien, von denen wir uns heute noch nicht einmal vorstellen können, dass sie existieren. Dies kann nur mit einer Intensivierung von Forschung und Entwicklung gelingen.

Daher ist das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung auch in Zukunft ein zentraler Pfeiler einer erfolgreichen Energiewende. Nur durch engagierte Forschungs- und Innovationsprogramme bleibt die deutsche Wirtschaft in der Lage, den weltweiten Technologievorsprung und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen.

Die Trends: Globalisierung, Digitalisierung und die Energiewende

Die drei großen Trends, die dabei die Rahmenbedingungen für unsere Innovationsgesellschaft als Ganzes prägen, sind Globalisierung, Digitalisierung und die weltweite Energiewende. Sie sind auch wesentliche Einflussfaktoren für die deutsche Wirtschaft, wenn es um den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit geht und sie beeinflussen die deutsche Energieforschung.

In der Leitwarte des Netzbetreibers 50Hertz in Neuenhagen bei Berlin laufen die Fäden zusammen. Durch die Einspeisung von erneuerbaren Energien nehmen Schwankungen im Stromnetz zu. Auch die Forschung zu den Netzen der Zukunft wird von der Bundesregierung gefördert. Foto: Bernd Settnik/dpap

Wir setzen derzeit unser 6. Energieforschungsprogramm um, das konsequent auf die Ziele der Energiewende ausgerichtet ist. Ende 2016 haben wir den Konsultationsprozess für ein 7. Energieforschungsprogramm gestartet, das wir stärker auf die Digitalisierung ausrichten wollen. Denn die digitale Revolution beeinflusst auch die Forschungslandschaft maßgeblich und schafft neue Möglichkeiten für den effizienten Einsatz neuer Technologien.

"Die Energiewende bietet eine Zukunftsperspektive für unser Land"

Ein kontinuierlicher Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und der Forschung legt den Grundstein, damit Innovationen aus dem Laborstadium herauskommen und Realität werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat hierfür 2015 die Energiewende-Plattform Forschung und Innovation ins Leben gerufen. Der Austausch findet in sieben thematischen Forschungsnetzwerken statt. Hier engagieren sich mehr als 2.500 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Diese Forschungsnetzwerke sind für uns der „Brainpool“ für das neue 7. Energieforschungsprogramm.

Forschung und Innovation ist tief in den Genen der deutsche Wirtschaft verwurzelt. Daher legt das Bundeswirtschaftsministerium ganz besonderen Wert auf die starke industriellen Beteiligung an der Energieforschung. Die in Deutschland etablierte Form der Zusammenarbeit in Verbünden aus Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen, hat eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur entstehen lassen, von denen die deutschen Unternehmen, die Hochschulen und die Wissenschaft gleichermaßen profitiert. Wir sorgen damit auch für einen qualifizierten Nachwuchs, der die Basis für unsere Leistungsfähigkeit in der Zukunft ist. Dieses Erfolgsrezept wollen wir mit dem 7. Energieforschungsprogramm weiter forcieren.

Energieforschung als Basis einer nachhaltigen Energieversorgung

Die Energiewende bietet in mehrfacher Hinsicht eine Zukunftsperspektive für unser Land. Dies zeigen auch die rund 230 Studiengänge an deutschen Universitäten und Hochschulen zu Energietechnologien. Hinzu kommen mehr als 40 anerkannte verschiedene Ausbildungsberufe zu erneuerbaren Energien. Neben ihrem Lehr- und Ausbildungsauftrag erfüllen Universitäten, Hochschulen, Unternehmen und Kommunen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle als Innovationsgeber – nicht selten gefördert durch die Bundesregierung innerhalb von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekten.

Ein innovatives Projekt der Energiewende: Die thermische Solaranlage der Stadtwerke Senftenberg speist warmes Wasser ins kommunale Fernwärmenetz ein. Foto: Patrick Pleul/dpap

2016 hat die Bundesregierung im laufenden Energieforschungsprogramm rund 4.600 Vorhaben mit rund 876 Millionen Euro gefördert. Seit der Vorlage des ersten Energieforschungsprogramms 1977 wurden insgesamt etwa 17.300 Projekte mit rund 12 Milliarden Euro Bundesförderung unterstützt. Auch künftig ist die Energieforschung die Basis einer innovativen, nachhaltigen Energieversorgung.

Brigitte Zypries (SPD) ist Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.

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