pSafaris in Botswana: Im Einbaum zum Lagerfeuer
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p1800 Hektar Land, bislang zum großen Teil als Weidefläche für Rinder genutzt, wurden eingezäunt und mit zusätzlichem Wild bestückt. Ein Lehrpfad informiert über die Geschichte, von einer Beobachtungsplattform sieht man die Nistplätze der Kapgeier, und Guides erklären bei Rundgängen Flora und Fauna der Region. Vor allem kann man hier inzwischen hervorragend campen: Schattige Plätze mit eigenen Sanitäreinrichtungen wurden gebaut. Einen schönen Blick hat man von den Decks der Selbstversorgerchalets – der perfekte Ort zum Grillen.
Auch im hohen Norden des Landes gibt es ein Gemeindeprojekt, zwei Kilometer entfernt vom Zentrum Kasanes. Ferney Chibiya, ein alter Mann mit blitzenden Augen und festem Händedruck, bringt Besucher ans Ufer des Chobe-Flusses: Hier liegt der neue Seboba Nature and Recreational Park. „In Kasane ist fast das ganze Flussufer von privaten Lodges belegt. Wir wollten sichergehen, dass das letzte Filetstück nicht auch noch verkauft wird“, sagt der Chairman des Community Projects.
Pfade führen ans Ufer zu den Seboba-Stromschnellen, wo man Vögel beobachten kann. Ferney Chibiya empfiehlt die Begleitung durch einen Guide: „Um Tiere zu sehen, muss man nicht in den Chobe-Nationalpark hineinfahren“, lächelt er. „Abends kommen Elefanten zum Trinken an den Fluss – wir sperren ihnen extra die Tore auf.“ Bis es soweit ist, schlendert man durch ein sogenanntes Cultural Village, das die Traditionen der vier lokalen Stämme vorstellt. „Es geht nicht um Show, sondern um echtes Erleben“, sagt Ferney Chibiya. „Wo können Besucher sonst Mais stampfen, Körbe flechten und lokales Hirsebier probieren?“
Heute tragen Dromedare in Tsabong nur noch Touristen
Im hohen Norden ist Botswana ein wasserreiches Land, doch der große Rest ist Wüste. Viele hundert Kilometer kann man geradeaus fahren durch die beeindruckende Eintönigkeit der Kalahari, die immer leerer und leerer wird, je weiter man sich von der Hauptstadt Gaborone entfernt. Dort, wo am Ende nur noch roter Sand und blauer Himmel warten, flimmert es über der schnurgeraden Straße. Pfützen liegen auf dem Asphalt, lösen sich beim Näherkommen aber in Luft auf. Dann erneut eine Fata Morgana: Inmitten der Büsche am Wegesrand steht eine Herde Dromedare.
pDie Tiere, das erkennt man beim Näherkommen, sind allerdings echt. Man hat ihnen einen Sattel aufgebunden, damit sie Touristen durch Busch und über Dünen tragen. Mit ihren schwieligen Sohlen treten sie nicht nur sanft auf, sondern ertragen auch mühelos den im Sommer glühend heißen Sand. „Die Vorfahren unserer einhöckrigen Kamele waren einst im Einsatz für die Polizei. Um 1900 herum fing es an: Beamte gingen mit ihnen in der Kalahari auf Patrouille“, erzählt Leatile Setilo, der im Ort Tsabong im Tourist Office arbeitet.
Irgendwann machten dann Geländewagen die Tiere überflüssig. Der Staat wollte die Herde versteigern, es gab Interessenten von Saudi-Arabien bis Südafrika. Die Bevölkerung in Tsabong allerdings protestierte. „Mehr als hundert Jahre haben wir mit Dromedaren gearbeitet. Diese Tradition wollten wir nicht aufgeben“, sagt Fredrick Cooper. Er ist nun der Chef eines Kamelparks mit fast 500 Tieren. Seine Schützlinge müssen nicht mehr wie früher im Galopp Viehdiebe jagen: Heute schultern die Tiere des Tsabong Ecotourism Camel Parks nur noch Touristen.
Die sanftmütigen „Wüstenschiffe“ geben nahrhafte Milch, die säuerlich schmeckt – wer sich traut, darf probieren. Dann helfen einem die Kameltreiber in den Sattel und führen die Karawane vom Kraal ins Veld. Zuerst ist der wiegende Ritt etwas wackelig. Dann genießt man die erhabene Aussicht und kann die Kalahari für eine halbe Stunde aus neuer Perspektive erleben. Aus dem Minitrip soll mehr werden: Mehrtägige Expeditionen sind geplant: Die 130 Kilometer bis zum Eingang des Kgalagadi-Transfrontier-Nationalparks können dann auf dem Rücken der Dromedare zurückgelegt werden.