zwei Breitmaulnashörner in der Savanne Tansanias Foto: Reutersp

Illegaler Wildtierhandel London gibt den grünen Sheriff

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Mitte Februar findet in London ein Gipfel gegen den illegalen Handel mit Elfenbein, Nashorn und anderen Produkten bedrohter Tierarten statt. Das Geschäft steht inzwischen an vierter Stelle lukrativer illegaler Geschäfte weltweit.

Die „grünste Regierung aller Zeiten“ hat der britische Premierminister David Cameron 2010 bei seinem Amtsantritt versprochen. Und zumindest auf einem Feld will die britische Regierung tatsächlich den „grünen Sheriff“ geben: beim Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Am 13. Februar hat Cameron gemeinsam mit Prinz Charles Staats- und Regierungschefs aus aller Welt nach London eingeladen, um eine „virtuelle internationale Task Force“ zu gründen, um dem viertgrößten kriminellen Geschäftsfeld weltweit den Boden zu entziehen. Rund zwölf Millionen Euro hat die britische Regierung zur Rettung von Nashörnern, Elefanten oder Tigern bereitgestellt. Am Mittwochabend haben Experten und Politiker in der britischen Botschaft in Berlin darüber diskutiert, wie das 19-Milliarden-Dollar-Geschäft ausgetrocknet werden kann.

Warum das Thema auf der internationalen Tagesordnung so weit nach oben gerutscht ist, erklärt der britische Außenminister William Hague so: „Der illegale Handel mit diesen Tieren ist nicht nur eine ökologische Tragödie.“ Mit den Einnahmen aus diesen Geschäften werde gleichzeitig die Stabilität vieler armer Länder mit großen Naturschätzen geschädigt. Denn „die Profite aus diesem Handel sind ein Sicherheitsrisiko, weil sie kriminelle Banden und Terroristen finanzieren“. Tatsächlich haben mehrere UN-Berichte Hinweise darauf gefunden, dass beispielsweise der Elfenbeinhandel kriminell-politische Milizen wie beispielsweise die Lords Resistance Army (LRA) finanziert. Die LRA begann ihren Feldzug gegen die Zivilbevölkerung vor mehr als 20 Jahren im Norden Ugandas. Dann zog sie sich zunächst in den Südsudan und die Demokratische Republik Kongo zurück. Inzwischen rekrutiert sie in der Zentralafrikanischen Republik Kindersoldaten, plündert Dörfer und wildert Elefanten.

Für die britische Regierung aber gibt es noch einen zweiten Grund, den Wildtierhandel ins Visier zu nehmen: Von der grünsten Regierung aller Zeiten ist nach Einschätzung von Umweltschützern wenig geblieben. Mit diesem Thema lässt sich das Image verbessern. Umweltschützer werden sich aber hüten, das Engagement westlicher Regierungen als billiges „Greenwashing“ zu verurteilen. Denn das Problem ist real und dringlich. „Wenn das Tempo anhält, mit dem Nashörner derzeit getötet werden, werden sie innerhalb unserer Lebenszeit ausgestorben sein“, sagt William Hague.

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