Er liebt Kekse: das Krümelmonster Cookie. Foto: pa/Georg Wendt/dpa
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Weihnachtsgebäck Kekse!!! Die zehn besten Rezepte zum Verkrümeln

Ursula Dahmen
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Spritzgebäck, Zimtsterne, Pfefferkuchen: Mit diesen Plätzchen kann die schönste Zeit des Jahres kommen.

Proviant zum Mitnehmen: Basler Leckerli

Sie müssen einfach verdrängen, dass dieses Gebäck klingt, als wollten Sie bloß Ihren Hund bestechen: Basler Leckerli! Tatsächlich sind es saftige Schweizer Spezialitäten, die eine komplette Mahlzeit ersetzen. Perfekt als Proviant zum Schlittschuhlaufen.

In einem Topf werden dafür 300 Gramm Honig, 200 Gramm brauner Zucker und 120 Gramm Butter erhitzt, bis der Zucker gelöst ist. Drei Teelöffel Backpulver und drei Esslöffel Spekulatiusgewürz zu 400 Gramm gesiebtem Mehl in eine Schüssel geben. 150 Gramm gehackte Walnusskerne, 150 Gramm gemischtes, gewürfeltes Backobst, 3 Esslöffel Kirschwasser und 5 Esslöffel Orangensaft zusammen mit der Honigmasse zur Mehlmischung geben. Mit dem Knethaken alles zu einem zähen Teig verarbeiten und auf ein Blech mit Backpapier streichen. Bei 180 Grad 18 Minuten backen. Auf das noch heiße Blechkuchen-Brett eine glatt gerührte Mischung aus 150 Gramm Puderzucker, 2 Esslöffel Kirschwasser und 3 Esslöffel Orangensaft streichen. In lange Rauten schneiden. Fertig.

Wenn der Ofen kaputt ist: Aprikosen-Mandel-Pärchen

Wenn es mal sehr schnell gehen muss und der Ofen schon wieder kaputt ist: getrocknete Aprikosen und ganze geschälte Mandeln kaufen. Je eine Mandel auf eine Aprikose betten und mit flüssiger Kuvertüre (besonders gut passt zartbittere) für immer verkleben. Das Mandel-Aprikosen-Pärchen dafür zur Hälfte eintauchen, sieht hübsch aus. Schokolade kalt werden lassen, fertig.

Rückkehr nach Breslau: Schmolitzer Pfefferkuchen

Eigentlich ist es ein Monsterrezept. Ein Riesenklops von Teig, der sich kaum ausrollen und schon gar nicht ausstechen lässt. Trotzdem würde etwas auf dem Plätzchenteller fehlen, wären die Schmolitzer Pfefferkuchen nicht dabei, diese groben, braunen Brecher. Das „Rezept der Breslauer Ursulinen“ – so steht es mit Schreibmaschine getippt auf dem fleckigen Papier – brachte meine Großmutter 1934 aus Schlesien mit, als sie mit Mann und zwei kleinen Kindern nach Schleswig zog. Mein Großvater hatte sich mit den Nationalsozialisten angelegt und musste gehen. Als einzige Erinnerung hängt bei meinen Eltern ein Stich vom Breslauer Rathaus und ein Gemälde, das die Zufahrt zum Gut der Familie meiner Großmutter zeigt. Zur Weihnachtszeit aber kehrt noch etwas zurück: die Pfefferkuchen der Breslauer Ursulinen.

Der dicke fette Teig aus 500 Gramm Honig, 125 Gramm Mandeln, 750 Gramm Mehl, 2 Eiern, 4 Gramm Nelken, 8 Gramm Zimt und 75 Gramm Zitronat wird am Vortag präpariert, eine in lauwarmer Milch aufgelöste Mischung aus 8 g Pottasche und einer Messerspitze Hirschhornsalz lässt ihn gehen. Das Backen (bei 225 Grad) braucht nur 10 bis 15 Minuten, sind die Pfefferkuchen erst einmal auf ein Blech gepackt. Nach dem Auskühlen kommen die Pfefferkuchen mit einem Apfel in die größte Blechdose, die wir haben. So bleiben sie noch lange frisch. Eine Extra-Dose bekommt mein Vater jedes Mal mitgebracht, wenn ich Weihnachten nach Hause fahre.

Tauziehen am Küchentisch: Spritzgebäck

Die ersten Weihnachtsplätzchen gab’s bei uns immer zu Nikolaus. Beim Spritzgebäck haben wir besonders gern mitgemacht. Der Teig ist schnell gemacht. Einfach je 250 Gramm Mehl und Mondamin (das macht die Kekse schön mürbe) mit einer Prise Salz, 375 Gramm Butter, 250 Gramm Zucker, zwei Päckchen Vanillezucker und 125 Gramm geriebenen Mandeln verkneten und eine Viertel- oder halbe Stunde kalt stellen. Jetzt kommt’s: Einer hat den Teig durch den Fleischwolf beziehungsweise die entsprechenden Aufsätze, für Wellen oder Sterne, gedreht, und der andere hat die Wurst, die da rauskam, gehalten. Das war ein richtiger Wettbewerb, wer hält die längste Schlange, ohne dass sie reißt? Manchmal reichte die über den ganzen Tisch. Die Teigschlange wird dann in sieben bis zehn Zentimeter lange Stücke geschnitten, die kann man so gerade lassen oder man formt sie zu Kringeln oder S-Formen. Bei 190 Grad sind sie dann in zehn Minuten fertig. Die Spitzen der abgekühlten Plätzchen haben wir noch in heiße Kuvertüre getaucht. Dosen hatten wir nicht für die Kekse. Unsere Mutter hat sie immer in einem großen gusseisernen Topf aufbewahrt.

Zum Abschlecken: Grumbeercher

Omas machen die besten Plätzchen. Vielleicht liegt es an der jahrzehntelangen Erfahrung. Vielleicht auch nur am vielen Zucker. Meine Großmutter backte jedes Jahr mindestens sieben verschiedene Sorten. Und obwohl sie uns die Rezepte vererbte, wollen sie einfach nicht so werden wie bei ihr. Eines meiner Lieblinge als Kind waren die „Grumbeercher“. Die waren rundum in Zucker gewälzt, der ließ sich perfekt abschlecken, um dann das Plätzchen zurückzulegen. Wer mit dem Pfälzer Dialekt vertraut ist, weiß, dass „Grumbeercher“ Kartoffelchen bedeutet. Ob sie wohl wegen ihres Aussehens so heißen? Leider habe ich es verpasst, meine Oma zu Lebzeiten zu fragen.

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Auf ihrem Rezept stand nur: „½ lb geriebene Haselnüsse, ½ lb Zucker, 1 Esslöffel Kakao, 2 Eier“. Diese kryptischen Anweisungen forderten die Unterstützung meiner Mutter, ihrer Tochter – lb heißt Pfund. Einfach alle Zutaten vermischen. Dann kleine Kugeln formen und in Zucker rollen. Bei 180 Grad ungefähr 15 Minuten backen. Und das Beste an dem Rezept: Ist man im Laufe der Jahre vom Süßmaul-Dasein abgekommen, lässt sich der einfache Teig ganz leicht variieren – mit etwas mehr Kakao und Haselnüssen und weniger Süße. Nur der Zuckerrand muss bleiben.

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