Bini Lee und José Miranda Marillo, Betreiber des koreanisch-spanischen Restaurants "Kochu Karu" Foto: Kunalum Leep

Paare in der Gastronomie Mit Liebe zubereitet

Birte Fuchs Susanne Kippenberger
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Zusammen leben und zusammen arbeiten – kann das gut gehen? In der Gastronomie gibt es das oft. Zum Valentinstag porträtieren wir vier Paare mit ihren Restaurants.

Bini Lee und José Miranda Marillo, "Kochu Karu"

Verliebt hat er sich später – in ihre Hartnäckigkeit. Zuerst hat der spanisch-deutsche Koch sie für verrückt erklärt: Eine koreanische Opernsängerin, auf der Suche nach einem neuen Beruf, stürmt als Praktikantin in ein Restaurant in Prenzlauer Berg, weil sie ein eigenes Lokal eröffnen will. Bloß nicht!, warnt der Profi, der weiß, was das heißt. Davon lässt sie sich so wenig wie von Tiefschlägen beirren, „er hat mich begleitet“ – und so haben sie sich ineinander verliebt, wurden ein Paar, beruflich und privat. Trennen lässt sich das längst nicht mehr.

Bini Lee hatte José Miranda Marillo angesteckt. Ihre Kulturen auf der Speisekarte zu verknüpfen, das war nun ihr gemeinsames Ziel. Kleine Speisen zum Teilen, Pilz-Röllchen mit Iberico-Schinken und Wasabi, kleine Kimchi-Pfannkuchen mit Manchego.

Kimchi- und Schwiegersohntest

Mutter Lee kam skeptisch aus Seoul nach Berlin, aber José Miranda Morillo bestand den Kimchi- und damit auch den Schwiegersohntest. 2012 eröffneten sie ihr viel gelobtes Lokal in Prenzlauer Berg. „Unser Baby“, sagt der 46-Jährige. „Kochu Karu“ haben sie es getauft, „Chilipulver“, eine der wichtigsten Zutaten beider Küchen, wie Bini Lee, 42, erklärt. Feurig geht es wohl auch in der Beziehung zu, sie ergänzen und bereichern sich. „José ist wahnsinnig geduldig. Ich geh schon mal ab wie eine Rakete.“ Wie so oft, brechen beide in Gelächter aus. Was sie eint, ist ihre Leidenschaft, das Essen. Und ihre Disziplin. „Wie beim Hochleistungssport.“

Er kocht, sie probiert und serviert. „Alles ist miteinander verwoben.“ Wenn sie zusammensitzen, sich unterhalten über irgendwas, „und dann kommt plötzlich eine Idee und – schwupp, ist man schon wieder bei seinem Kind.“

Ein munteres Duett

Inzwischen steht Bini Lee wieder einmal im Monat auf der Bühne, im eigenen Restaurant. Ein munteres Duett: Sie singt, er kocht, den Abend entwickeln sie zusammen, so wie sie es bei allem, einschließlich der Einrichtung gemacht haben. Beim letzten Mal ging es um die Liebe. Er servierte spanische Sardellen mit Kimchi-Brioche, sie „Ein Gefühl der Freude“ aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“. „Das ist wie ein Hauskonzert in familiärer Atmosphäre – der Hausherr kocht, die Hausdame singt.“ Ein Solo? Ausgeschlossen. Ohne den anderen gäbe es das „Kochu Karu“ mit seiner speziellen Fusionsküche nicht. „Alles, was man hier sieht, das sind wir, Bini und José.“ Das Restaurant ohne den anderen zu betreiben: für beide unvorstellbar.

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