Eine Alternative zu Dosenravioli: Dollases "Huhn, fruchtig und südlich". Foto: promo
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Kochbuch der Woche Jürgen Dollases Kampfschrift "Pur, präzise, sinnlich"

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Der Schreibstil des Gastrokritikers ist berüchtigt. Aber er kann auch ganz ruhig argumentieren, wie sein Plädoyer für bewusstes Essen zeigt.

Jürgen Dollases Schaffen als Gastrokritiker gilt vielerorts als – vorsichtig formuliert – eigensinnig. Berüchtigt schwurbelig sind mitunter die Beiträge, die der Gründer der Krautrockband Wallenstein für die „FAZ“ verfasst, oder in seinem Videoblog improvisiert. Beim panierten Fisch mit Kartoffelsalat setzte er mal die Komponenten mit Wörtern gleich, um das Gericht dann nach semantischer Stringenz zu untersuchen. Sie verstehen das Problem ...

Weniger Rezepte, mehr Anregung zum Ausprobieren

Dass Dollase allerdings ganz klar und nüchtern argumentieren kann, zeigt er in „Pur, präzise, sinnlich“, einer Kampfschrift für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. Das Buch ist weniger Rezeptsammlung (auch wenn es schön fotografierte Anleitungen für eine originelle „Pizza ohne Pizza“ oder „Garnele komplett“ enthält), sondern mehr Anregung zum Schmecken und Ausprobieren, aber vor allem zum Nachdenken über Essen. Um darauf zu hören, was einem der Bauch sagt, muss man ihn nämlich erst mal verstehen lernen.

50 Rezepte sind in dem Buch, aber ein klassisches Kochbuch ist Dollases "Pur, präzise, sinnlich" nicht. Foto: promo
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Jürgen Dollase: "Pur, präzise, sinnlich. Ganzheitlicher Genuss - die Zukunft des Essens", AT Verlag, 280 Seiten, 39,90 Euro

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