Peter Kurzweg kam bisher nur als Vertreter von Linksverteidiger Kristian Pedersen zum Einsatz. In Heidenheim rückt er auf die rechte Abwehrseite. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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Zweite Liga Der 1. FC Union muss rechts hinten improvisieren

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Im Auswärtsspiel am Samstag beim 1. FC Heidenheim fehlen den Berlinern gleich vier Verteidiger. Peter Kurzweg muss auf ungewohnter Position aushelfen.

So richtig glücklich sah Jens Keller nicht aus, als er am Donnerstag zur Pressekonferenz kam. Eine weitere Verletzung konnte der Trainer des 1. FC Union Berlin kurz vor dem Auswärtsspiel am Samstag (13 Uhr, Sky) beim 1. FC Heidenheim nun wirklich nicht gebrauchen. In der Trainingswoche waren bereits Kenny Prince Redondo und Michael Parensen ausgefallen, die Hinrunde ist für beide ebenso beendet wie für Fabian Schönheim. Die neuerliche Verletzung schmerzte Keller also sehr, zum Glück für den Berliner Zweitligisten aber nur körperlich. Denn es war kein Spieler, der sich im Training weh getan hatte, sondern der Coach selbst, der mit seinen 46 Jahren noch ein bisschen mitkicken wollte. „Ich werde sicherlich nicht von Anfang an spielen können“, scherzte Keller. „Mal gucken, ob es für ein paar Minuten reicht.“

Gerade in der Defensive, wo Keller als Spieler zuhause war, hat Union momentan einen personellen Engpass. Neben den verletzten Parensen und Schönheim fehlt auch Christopher Trimmel nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. Sein Vertreter Atsuto Uchida ist nach seiner Muskelverletzung noch nicht bereit für einen Einsatz und so wird Peter Kurzweg auf die rechte Abwehrseite rücken. „Das könnte eine naheliegende Option werden“, sagte Keller gewohnt vage.

Kurzweg ist zwar linksfuß und eigentlich als Alternative zu Kristian Pedersen eingeplant, hat in seinen vier bisherigen Saisonspielen aber ordentliche Leistungen gezeigt. Im Heimspiel gegen Greuther Fürth gelang dem 23-Jährigen, der im Sommer von den Würzburger Kickers nach Berlin wechselte, sogar das wichtige Führungstor.

Abgesehen von Trimmel, der nicht nur als Rechtsverteidiger, sondern auch als Standardschütze und bester Vorbereiter fehlt, kann Keller jedoch auf seine Stammformation zurückgreifen. Dazu gehört auch Marcel Hartel, der sich bei der U-21-Nationalmannschaft in herausragender Form präsentierte und beim 7:0-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Aserbaidschan drei Tore erzielte. Auch gegen Israel am Dienstag kam der Offensivspieler 67 Minuten zum Einsatz. „Es ist normal, dass er nach den zwei Spielen nicht richtig frisch ist. Wir müssen sehen, wie er sich bis Samstag erholt“, sagt Keller. Verzichten wird er auf Hartel aber nur im Notfall.

Einfach wird es für Union vermutlich auch mit Hartel nicht. Zwar sind die Berliner seit sechs Spielen ungeschlagen und haben dabei 16 von 18 möglichen Punkten geholt, in der vergangenen Saison tat sich das Team gegen Heidenheim aber sehr schwer. Die Ostwürttemberger waren die einzige Mannschaft, gegen die Union Hin- und Rückspiel verlor. Dazu kam eine Niederlage im spanischen Wintertrainingslager. Macht: null Punkte und 0:7-Tore. „Die Statistik gegen Heidenheim spricht nicht für uns“, weiß Keller. „Die versuchen wir jetzt aber zu drehen.“

Einen besonderen Grund für die schlechte Bilanz gegen Heidenheim sieht der Trainer nicht. Und den schlechten Saisonstart des Gegners will Keller ebenfalls nicht überbewerten. „Sie haben sich in den letzten Spielen stabilisiert“, sagt Keller. „Wir wollen das Spiel aber gewinnen und haben auch das Zeug dazu.“ Auch ohne Jens Keller in der Startformation.

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