Sebastian Polter erzielte das 2:0 für den 1. FC Union in Aue. Foto: Thomas Eisenhuth/dpap

Zweite Liga 1. FC Union Berlin siegt 2:1 in Aue

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Die Köpenicker knüpfen zwar nicht an die starke Leistung gegen Kaiserslautern an, gewinnen mit etwas Glück aber das zweite Spiel in Folge.

Einen passenderen Ort für sein Auswärtsspiel als das im Umbau befindliche Erzgebirgsstadion hätte es für den 1. FC Union am Samstag nicht geben können. Denn auch der Berliner Zweitligist bleibt trotz des 2:1 (0:0)-Sieges beim FC Erzgebirge Aue weiter eine kleine Baustelle. Trainer Jens Keller hatte nach dem 5:0 gegen Kaiserslautern vor allzu viel Euphorie gewarnt. „Wir dürfen jetzt nicht denken, dass alles toll und wunderbar ist“, sagte Keller und sollte recht behalten. Daran änderte auch der zweite Sieg in Folge durch die Treffer von Marcel Hartel, Sebastian Polter und den Auer Sören Bertram nichts. „Wir sind glücklich, dass wir nach den letzten beiden Auswärtsspielen heute einen Dreier mitgenommen haben“, sagte Keller.

Unions Trainer Keller schickte zum ersten Mal seit dem 2. Spieltag die selbe Mannschaft aufs Feld wie in der vorherigen Begegnung. Somit saß auch Damir Kreilach, der bei den letzten beiden Auswärtssiegen in Aue jeweils doppelt getroffen hatte, anfangs auf der Bank. Im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Felix Kroos kam Grischa Prömel zu seinem zweiten Startelfeinsatz in Folge.

Von dem Schwung, der das Auftreten der Berliner gegen Kaiserslautern gekennzeichnet hatte, war vor 9450 Zuschauern in Aue allerdings nicht viel zu sehen. Union versuchte in der ersten halben Stunde zwar durch aggressives Pressing, Ballverluste der Gastgeber zu erzwingen, die ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken und wichen dem Druck oft mit weiten Bällen über das Mittelfeld aus. Für die Zuschauer war das nicht sonderlich attraktiv, die Maßnahme erwies sich jedoch als wirkungsvoll.

Alle Tore fallen per Kopf

Den Berlinern fehlten gegen die dicht gestaffelte Defensive des Gegners die Ideen. Viel zu selten gelang es der Mannschaft von Keller, die eigenen Offensivspieler einzubeziehen. Mehr als Halbchancen ergaben sich dadurch nicht. Ein Schuss von Steven Skrzybski nach schneller Kombination über Polter und Simon Hedlund wurde geblockt und eine flache Hereingabe von Hartel konnte Polter unter Druck nicht Richtung Tor verlängern. Auf der anderen Seite scheiterte Pascal Köpke aus spitzem Winkel an Unions Torwart Jakob Busk.

Dass gegen einen 1. FC Union in dieser Form etwas möglich war, merkte Aue gegen Ende der ersten Halbzeit. Nach der Pause taten die Gastgeber dann auch deutlich mehr fürs Spiel. „Wir haben uns zu früh hinten reindrücken lassen“, sagte Keller. Aue brachte den Ball mehrfach gefährlich in den Strafraum, klare Möglichkeiten ergaben sich dabei aber nicht. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe schlug Union dann aber eiskalt zu. Polter setzte sich an der rechten Strafraumgrenze geschickt durch und flankte präzise in die Mitte, wo der nur 1,76 Meter große Hartel zur Berliner Führung einköpfte.

Am Spielverlauf änderte das wenig. Aue blieb weiter die aktivere Mannschaft, während sich Union einige Meter zurückzog und die Räume um den Strafraum dicht machte. Wirklich sattelfest war die Defensive der Berliner dennoch nicht. Nachdem Christopher Trimmel eine Flanke unterschätzte, kam Köpke aus wenigen Metern frei zum Schuss, verfehlte das Tor jedoch deutlich. Auf der anderen Seite nutzte Union seine wenigen Chancen weiter effektiv. Nach einer Standardsituation legte Kristian Pedersen per Kopf für Polter ab, der ebenfalls mit dem Kopf zum 2:0 traf. Nur drei Minuten später verkürzte Aue durch Bertram, der zwischen Toni Leistner und Trimmel frei zum Kopfball kam. Die Schlussoffensive der Gastgeber überstand Union mit etwas Glück – die Baustellen bei den Berlinern bleiben aber bestehen. (Tsp)

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