Die Stimmung war schon mal besser beim 1. FC Union Berlin. Vor allem Steven Skrzybski (Nummer 24) ist mit seiner Rolle unzufrieden. Foto: Annegret Hilse/dpa
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Zweite Liga 1. FC Union Berlin: Bloß nicht aufregen

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Trainer Jens Keller versucht, die Unruhe beim 1. FC Union Berlin vor dem Spiel am Sonntag in Bochum herunter zu moderieren.

Es gab schon ruhigere Wochen beim 1. FC Union Berlin. Nach dem enttäuschenden 3:3 gegen Darmstadt 98 am Freitag vor einer Woche war von besinnlicher Adventszeit beim Berliner Zweitligisten keine Spur. Neben den zwei sieglosen Spielen und der aktuellen Abwehrschwäche mit sieben Gegentoren seit der Länderspielpause ist es aber vor allem die Unzufriedenheit einiger Profis, die für Diskussionen sorgte.

Während Kapitän Felix Kroos seine ungewohnte Rolle als Einwechselspieler gegen Darmstadt nach außen gelassen hinnahm und am Sonntag im Auswärtsspiel gegen den VfL Bochum (13.30 Uhr, live bei Sky) schon wieder in die Startelf rücken könnte, hat Steven Skrzybski seinen Unmut öffentlichkeitswirksam und deutlich kundgetan. Mit seinem Status als erste Alternative zu den zuletzt gesetzten Simon Hedlund und Akaki Gogia ist der Rechtsaußen nicht zufrieden und selbst einen Transfer im Winter deutete Unions dienstältester Profi, der seit der E-Jugend für die Köpenicker spielt, als Möglichkeit an.

Jens Keller, der unter der Woche einige Trainingseinheiten aufgrund einer Erkältung verpasste, war sehr bemüht, die Diskussionen herunterzuspielen. „Wir haben mit Stevie darüber gesprochen und ihm einen Weg aufgezeigt“, sagte Unions Trainer. „Wir sind da aber nicht so aufgeregt wie die Öffentlichkeit.“ Dass der aufgezeigte Weg schon am Sonntag wieder in die Startformation führt, ist indes eher unwahrscheinlich.

Bei Kroos stellt sich die Situation etwas anders da. Der Kapitän trainiere stets gut, in den Spielen habe ihm zuletzt aber die Lockerheit gefehlt. Deshalb habe gegen Darmstadt Dennis Daube den Vorzug und Kroos eine kleine Denkpause bekommen. „Es hat mir den Anschein gemacht, dass ihm die Situation gut getan hat“, sagte Keller. Ob mit oder ohne Kroos, gegen Bochum zählt für Union aber nur ein Sieg. „Wir haben zuletzt zweimal nicht gewonnen und wollen das ändern“, sagt Keller. „Das ist ein wichtiges Spiel.“

Das gilt für Union Gegner jedoch umso mehr. Die Bochumer hatten sich im Sommer selbst zum Aufstiegskandidaten erklärt, stecken nun jedoch mitten im Abstiegskampf. Bei einer Niederlage gegen Union könnte Bochum sogar auf den Relegationsplatz abrutschen. Zuletzt gab es vier Unentschieden in Folge, auf einen Sieg wartet der VfL jedoch schon seit sechs Begegnungen und was die Unruhe im Umfeld angeht, ist der langjährige Bundesligist den Berlinern weit voraus.

Mit Jens Rasiejewski hat Bochum nach dem in der Vorbereitung entlassenen Gertjan Verbeek und Ismail Atalan bereits den dritten Trainer in dieser Saison. Der ehemalige Jugendcoach ist jedoch nur eine Interimslösung und könnte in der Winterpause schon wieder abgelöst werden. Auch Manager Christian Hochstätter steht in der Kritik. Die Ultras haben sich aus Protest gegen die im Oktober beschlossene Ausgliederung der Profiabteilung sogar aus der Kurve zurückgezogen.

Dagegen lesen sich die Probleme der Berliner geradezu harmlos. Keller will sich davon jedoch nicht blenden lassen. „Warum es bei Bochum nicht so läuft, kann ich nicht beurteilen. Sie haben zum Saisonbeginn aber Riesenziele ausgegeben und haben individuell viel Qualität“, warnte Keller.

So könnte Union spielen:

Busk – Trimmel, Leistner, Torrejon, Pedersen – Prömel, Kroos – Gogia, Hartel, Hedlund – Polter.

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