Valentin Stocker war Berlins Trainer Dardai zu langsam, er spiele zu risikoreich und zu wenig systemkonform. Foto: Imago
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Valentin Stocker verlässt Hertha BSC Abgang mit Ansage

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2015 sicherte Valentin Stocker Berlin noch den Klassenerhalt. Dann sank sein Ansehen bei Hertha. Irgendwie schade, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Valentin Stocker verlässt Hertha BSC – sofort, und nicht erst zum Vertragsende im Sommer. Aber darauf kam es nicht mehr an. Beide haben am Ende nicht zusammengepasst, hier die auf Körperlichkeit getrimmte Mannschaft und da der kreative Freigeist.

Auf den ersten Blick wird Stocker keine ganz so große Lücke hinterlassen, er war von Trainer Pal Dardai in den vergangenen drei Jahren immer weniger berücksichtigt worden. Hatte Dardai sich im Sommer 2015 noch beim Schweizer dafür bedankt, mit seinen Toren und Vorlagen maßgeblich zum Klassenerhalt beigetragen zu haben, so sank Stocker im Ansehen des Trainers immer mehr. Nicht der Mensch Stocker, der Fußballer Stocker passte immer weniger ins Konzept, das weniger auf Spielkultur, denn auf Spielphysis ausgerichtet ist.

Stocker wird nach Basel zurückkehren

Stocker sei ihm zu langsam, er spiele zu risikoreich und zu wenig systemkonform, hat der Trainer immer wieder angemerkt. Das mag zutreffen, sollte aber eigentlich kein Ausschlusskriterium sein, zumal der Kader von Hertha nicht auf besonders vielen geschickten Füße steht. Vladimir Darida beispielsweise hat im Vergleich zu Stocker in ähnlichen vielen Spielen weniger Tore und deutlich weniger Torvorlagen geliefert. Von den wirklich schnelleren Spielern wie Genki Haraguchi mal ganz zu schweigen.

Auf seine Berliner Zeit angesprochen sagte Stocker bereits im Sommer dem Tagesspiegel: „Ich weiß nicht, was ich fußballerisch dazugelernt habe. Ich bin nicht größer geworden, nicht schneller.“ Nun wird er nach Basel zurückkehren, von wo Stocker nach sieben Meisterschaften und über 60 Champions-League- und Europa-League-Spielen im Sommer 2014 gekommen war.

Am Ende ist es irgendwie schade, dass es den Berlinern nicht gelungen ist, einen aufgeweckten Kreativen mit kritischem Geist gewinnbringend einzubinden.

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