Noch ist unklar, ob Hertha künftig im Olympiastadion spielen wird. Foto: Kay Nietfeld/ dpap

Umfrage zur Spielstätte von Hertha BSC Mehrheit ist gegen neues Hertha-Stadion

Ann-Kathrin Hipp
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Viele Berliner wollen, dass die Mannschaft auch weiterhin im Olympiastadion spielt. Ganz einig sind sie sich allerdings nicht, wie eine Erhebung des Instituts Civey zeigt.

Alles soll so bleiben, wie es ist. Zumindest wenn es nach der Mehrheit der Berliner geht. In der Debatte um die künftige Spielstätte von Hertha BSC wünschen sich viele weder einen Umbau des Olympiastadions, noch einen Neubau in Berlin oder Brandenburg. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes "Civey" in Kooperation mit dem Tagesspiegel, an der sich bisher 8000 Menschen beteiligt haben. Die repräsentative Stichprobe besteht derzeit aus 2026 Berlinern.

39,3 Prozent derer wollen demnach, dass die Herthaner auch künftig im unveränderten Olympiastadion spielen. Die Liebe zur aktuellen Spielstätte steigt dabei mit dem Alter der Umfrageteilnehmer: 47,9 Prozent der über 65-Jährigen stehen hinter dem Olympiastadion, so wie es jetzt ist. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es nur noch 29,7 Prozent. Auch wollen mit 44,8 Prozent mehr Frauen als Männer an der alten Spielstätte festhalten.

Die insgesamt zweitgrößte Zustimmung zeigen die Berliner für einen potentiellen Umbau des Olympiastadions (22 Prozent), wie er derzeit zwischen dem Vorstand und dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller austariert wird. Den stärksten Zuspruch gibt es mit 26 Prozent von der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen. Sollte das Olympiastadion in eine Fußballarena umgebaut werden, stünde die Frage im Raum, wo künftig in Berlin Leichtathletikveranstaltungen stattfinden sollen. Eine Frage, die die Verantwortlichen vorerst nicht beantworten.

Die Option eines Neubaus, wie ihn Hertha im Olympiapark oder im brandenburgischen Ludwigsfelde in Erwägung zieht, ruft bei den Berlinern insgesamt wenig Begeisterung hervor. Allein die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen zeigt einen zweistelligen Zustimmungswert für einen Neubau in Brandenburg. Insgesamt würden die Berliner ein Stadion innerhalb der Stadtgrenzen (13,9 Prozent) einer Alternative im Umland (4,7 Prozent) allerdings vorziehen. Ein anderer Ort wird als Spielstätte weitestgehend abgelehnt (3,2 Prozent).

Viele haben keine Antwort parat

Nicht zu wissen, was die beste Option für Hertha wäre, geben 16,9 Prozent aller Berliner als Antwortmöglichkeit an. Die 18- bis 29-Jährigen sind besonders unschlüssig (27,5 Prozent).

Insgesamt sind die Umfrageergebnisse bezeichnend für eine Debatte mit ständigen Hin und Hers, in der bisher weder die Politik noch der Verein klare Worte gefunden haben. Diskutiert wird zwischen den Beteiligten bereits seit Wochen. Wer die Stadion-Entscheidung letztlich fällen wird, ist unklar. Die Auswertung zeigt, dass allerdings auch die Berliner keine eindeutige Antwort auf Herthas Zukunftsfrage haben.

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