So sah es bei der Eröffnung der Paralympics 2014 in Sotschi aus. Foto: dpa
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Meine Paralympics Die Spiele können beginnen!

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2018 wird ein Jahr mit vielen Höhepunkten. Einer davon findet in Berlin statt. Und zum Ende 2017 gab es noch einmal zahlreiche Erfolge deutscher Athleten.

Herzlich willkommen im Paralympics-Jahr 2018! Begrüßen wir es mit einer nachdenklich stimmenden, aber auch mit vielen guten Nachrichten.

Noch immer blutet mir das Herz, wenn ich vom gefallenen Paralympics-Star Oscar Pistorius höre. Den einstigen Sonnyboy habe ich vor vielen Jahren zu Beginn seiner internationalen Karriere noch in der Umkleidekabine des Friedrich-Ludwig-Jahnparks in Prenzlauer Berg interviewt – und ihm alles zugetraut. Aber nicht, dass er einmal seine Freundin durch die geschlossene Tür erschießen würde. Ursprünglich wurde er ja wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt, zuletzt erhöhte das höchste Berufungsgericht in Südafrika seine Haftstrafe auf mehr als 13 Jahre wegen Mordes. Die aktuellste News zur einstigen Galionsfigur des Behindertenleistungssports, der die wichtigsten Jahre seines jungen Lebens nun im Spezialgefängnis für körperbehinderte Häftlinge nördlich der Hauptstadt Pretoria absitzt: Pistorius wurde bei einer Gefängnis-Prügelei verletzt und erlitt Prellungen, weil ein Streit ums Gemeinschaftstelefon mit einem Mithäftling eskalierte. Angeblich telefonierte der 31-Jährige zu lange, es kam zu Handgreiflichkeiten, Pistorius erlitt Prellungen. Auch das noch.

Viele Medaillen

Aber im Leben sollte man immer positiv denken und nach vorne gucken, das machen 99,9 Prozent aller Athleten mit einer körperlichen Behinderung – seit Geburt, durch einen Unfall oder infolge von Krankheit – beispielhaft vor. Und deswegen freue ich mich zu Jahresbeginn mit der Potsdamerin Maike Naomi Schnittger, die bei der Schwimm-WM der Behindertensportler in Mexiko-Stadt Anfang Dezember zwei Goldmedaillen gewann. Die sehbehinderte Athletin holte bei dem wegen des schweren Erdbebens von September verschobenen Event den Titel über 50 Meter Freistil, nachdem sie bereits Weltmeisterin über 100 Meter geworden war. Im Team von Bundestrainerin Ute Schinkitz holten bei der Para- Schwimm-WM fünf deutsche Athletinnen und Athleten zwölf WM-Medaillen. Sie sind halt mit allen Wassern gewaschen.

Das paralympische Jahr 2018 ist gespickt mit derartigen Höhepunkten, darüber freut sich auch der stellvertretende Leiter Kommunikation und Events beim Deutschen Behindertensportverband, Kevin Müller. Es gibt mehr als 20 Welt- und Europameisterschaften in aller Welt, von Brandenburg bis Belgien, von Estland bis Brasilien, mit Athletinnen und Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft. Highlights zuhause sind die Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaften in Hamburg sowie die Para-Leichtathletik-EM in Berlin, jeweils im August.

Große Ehre für Johannes Floors

Natürlich ist da das Team der Paralympics Zeitung von Tagesspiegel und Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung dabei, wie auch im März in Pyeongchang. Wir alle gratulieren noch dem Paralympics-Doppelweltmeister im Sprint Johannes Floors, der bei der Sportlerwahl des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen seinen ersten Felix-Award in der Kategorie „Behindertensportler/in des Jahres“ in der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf vor mehr als 1000 Gästen entgegen nahm. Floors errang den ersten Platz noch vor seinem prominenten Vereinskollegen Markus Rehm sowie Kugelstoßerin Frederike Charlotte Koleiski aus Duisburg.

Angesichts all dieser guten Nachrichten kann 2018 also auch paralympisch beginnen. Und, übrigens: Nicht nur in Südkorea wurde fleißig gebaut. Auch am neuen Olympiastadion in Tokio drehen sich schon die Baukräne, für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020.

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