Viran Morros de Argila (r) aus Barcelona versucht Petar Nenadic aus Berlin den Ball abzunehmen. Foto: dpap

Klub-WM im Handball Füchse Berlin unterliegen Barcelona

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Die Füchse Berlin unterliegen dem FC Barcelona im Endspiel um die Vereins-Weltmeisterschaft 25:29.

Jakov Gojun schimpfte und zeterte, er schüttelte den Kopf und winkte ab, aber es half ja alles nichts. Die Regel ist schließlich eindeutig: Wer in einem Handball-Spiel drei Zeitstrafen erhält, sieht zwangsläufig die Rote Karte. So musste der Kroate in Diensten der Füchse Berlin am Montagabend zehn Minuten vor dem Ende des Finals um die Vereinsweltmeisterschaft wohl oder übel den schweren Gang auf die Tribüne antreten. Spätestens mit dem temporären Verlust ihres Abwehrorganisators war klar: Der dritte Titel beim Super Globe in Doha nach 2015 und 2016 bleibt ein Traum für den Handball-Bundesligisten. Trotz größter Gegenwehr mussten sich die Berliner dem favorisierten FC Barcelona mit 25:29 (12:15) geschlagen geben, der mit nunmehr drei Titeln zum alleinigen Rekordtitelträger des Wettbewerbs aufstieg. Am Ende wurde sogar noch Coach Velimir Petkovic auf die Zuschauerränge verwiesen, weil er sich an der Seitenlinie zu sehr echauffiert hatte.

Das passte irgendwie ins Bild des Abends: An Einsatz, Körpersprache und Euphorie mangelte es dem Titelverteidiger nämlich nicht, dafür traten einige handballerische und disziplinarische Defizite zu Tage, die gegen eine Weltauswahl wie die der Katalanen gnadenlos bestraft werden. „Um Barcelona zu schlagen, muss alles passen. Das war heute leider nicht der Fall“, sagte Manager Bob Hanning wenige Augenblicke nach der Schlusssirene. „Immer, wenn wir die Chance hatten, dem Spiel eine Wende zu geben, haben wir uns selbst um den Erfolg gebracht“, ergänzte er.

Zwei Tage nach ihrem Halbfinal-Sieg gegen den katarischen Vertreter Al-Sadd erwischten die Berliner gleich einen denkbar schlechten Start. Nach wenigen Minuten lagen sie bereits mit 1:6 in Rückstand, weil ihnen gegen die massive Abwehr der Spanier einfach nichts einfallen wollte und Barca-Keeper Gonzalo Perez de Vargas herausragend hielt. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Füchse aber besser ins Spiel, kurz vor der Pause hatten sie den Rückstand auf zwei Treffer verkürzen können (12:14).

Nach dem Seitenwechsel schien die Begegnung dann zu kippen. Nach 42 Minuten erzielte Rechtsaußen Mattias Zachrisson erstmalig seit dem Anpfiff den Ausgleich (17:17), mit dem nächsten Tempogegenstoß traf der Schwede sogar zur ersten Berliner Führung an diesem Tag. Barca-Coach Xavier Pascual griff zur Grünen Karte und schwor sein Team in der folgenden Auszeit auf die finale Phase ein – eine überaus zielführende Maßnahme, wie sich herausstellte. In den Schlussminuten kamen die Füchse nie näher als zwei Tore an die Spanier heran. „Barca hat den Pokal absolut verdient gewonnen, keine Frage“, sagte Hanning.

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