Berlins Paul Drux (M) wird von dem hinter ihm stehenden Tobias Karlsson von Flensburg gehalten. Foto: dpa
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Handball-Bundesliga Die Füchse Berlin verlieren 26:30 gegen Flensburg

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Im Spitzenspiel unterliegen die Füchse den Gästen aus Flensburg. Nach einem starken Beginn ließen die Berliner immer mehr nach.

Mattias Andersson riss die Arme in die Luft und ballte die Hände zu Fäusten. Seine 14. und letzte Parade gegen Berlins Mattias Zachrisson hatte den Ausgang des Spitzenspiels in der Handball-Bundesliga entschieden, das wusste der Torhüter von der SG Flensburg-Handewitt mit seinen 40 Jahren ganz genau. Der Schwede ließ seinen Emotionen freien Lauf.

Andersson war am Donnerstagabend der entscheidende Mann gewesen in einem hochklassigen und lange Zeit umkämpften Duell, in dem sich die Gäste bei den Füchsen Berlin für die Niederlage im Pokal-Achtelfinale revanchieren konnten. Vor wenigen Wochen noch hatten die Berliner etwas überraschend in Flensburg gewonnen, vor allem weil Füchse-Keeper Silvio Heinevetter damals das Privatduell gegen Andersson für sich entschieden hatte. Am Donnerstagabend nun das umgekehrte Bild, wobei auch Heinevetter herausragend hielt. Die Schleswig-Holsteiner feierten am Ende einen verdienten 30:26 (14:13)-Auswärtssieg bei den Füchsen. Der Tabellenführer aus Berlin hat – bei einem absolvierten Spiel mehr – wie Verfolger Flensburg nun fünf Minuspunkte auf dem Konto.

Die Halle wollte Party, doch das Spiel kippte

„Ich bin enttäuscht, weil wir 22, 23 Minuten herausragenden Handball gespielt haben“, sagte Füchse-Trainer Velimir Petkovic. Dann sahen 8164 Zuschauer allerdings, wie den Berlinern die Kontrolle über das Geschehen entglitt.

Vor dem Anpfiff hatten die Gastgeber reichlich Programm aufgefahren: Am Tag des Mauerfalls gab ein Westernhagen-Double den Klassiker „Freiheit“ zum Besten, anschließend brannten sie ein kleines, aber ohrenbetäubendes Feuerwerk ab. Von den beiden anwesenden Spitzenteams waren es allerdings die Flensburger, die den Knall zunächst nicht gehört hatten: Schnell gerieten die Gäste mit 0:3 in Rückstand.

Gegen das druckvolle und auf Tempo ausgerichtete Angriffsspiel der Berliner fiel ihnen eine Viertelstunde lang wenig ein, vor allem Fabian Wiede war nicht zu halten – ob Torwurf, Block oder Pass zum freien Nebenmann, dem Nationalspieler gelang fast alles. Zudem tat sich Silvio Heinevetter mit starken Aktionen hervor. Als Rückraum-Shooter Steffen Fäth zum zwischenzeitlichen 11:6 traf, bereitete sich der Großteil der Fans in der Max-Schmeling-Halle bereits auf eine vorverlegte Party vor. Auf dem Spielfeld jedoch kippte die Begegnung: Keeper Mattias Andersson steigerte sich von Minute zu Minute, zeigte vor allem gegen Füchse-Rechtsaußen Hans Lindberg herausragende Paraden und ermöglichte seinen Vorderleuten eine kaum für möglich gehaltene Aufholjagd. Mit der Pausensirene traf Flensburgs Henrik Toft Hansen zum 14:13, es war die allererste Führung für die Gäste an diesem Abend.

Nach dem Seitenwechsel stellte Petkovic seine Abwehr um und brachte zwei neue Außenspieler – mit mäßigem Erfolg. Kämpferisch waren die Füchse zwar weiterhin bemüht, spielerisch erreichten sie jedoch nicht mehr das Niveau der Anfangsphase. Die Flensburger mit dem überragenden Simon Jeppsson (sieben Tore) in ihren Reihen mussten insgesamt viel weniger als die Füchse investieren, um Tore zu erzielen. „Bei uns sah das am Ende sehr zäh aus“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning, der sich – wie alle anderen im Berliner Lager – sicher noch einige Tage über die zweite Saisonniederlage ärgern wird.

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