Eingesprungen. Christoph Reißky vertrat in den letzten Wochen den ebenfalls verletzten Marko Kopljar. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpap

Handball-Bundesliga Die Füchse Berlin auf Operation Vereinsrekord

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Die Füchse Berlin erhoffen sich trotz vieler Ausfälle gegen Erlangen den achten Punktspielsieg in Serie.

Jetzt also noch Christoph Reißky. In der vergangenen Woche hat es den 22-Jährigen ziemlich übel erwischt. Beim Auswärtsspiel in Coburg zog er sich einen Wadenbeinbruch zu und fällt zwei, wahrscheinlich sogar drei Monate aus. Und auch wenn es Reißky vermutlich eher nicht trösten wird, gab es in diesem Zusammenhang doch eine positive Nachricht: An einer Operation kommt der Handballer vorbei, er lässt die Verletzung konservativ behandeln. „Weil das Risiko zu hoch war, haben wir uns dagegen entschieden“, sagt Reißky. Immerhin.

Der Fall fügt sich in die Gemengelage bei den Füchsen Berlin. Man muss dazu wissen, dass Reißky mit einem Zweitspielrecht für den TuSEM Essen ausgestattet ist, um in Liga zwei regelmäßig zum Einsatz zu kommen und sich zu verbessern. Wenn es aber eng war, stand er den Füchsen bisher immer zur Verfügung. Vor ein paar Wochen etwa, als sich Neuzugang Marko Kopljar verletzte, kam Reißky schnell nach Berlin und sprang für den Kroaten ein. Aus diesem Modell wird nun erst mal nichts mehr.

Im Heimspiel gegen den HC Erlangen an diesem Donnerstag (19 Uhr, Schmeling-Halle und live bei Sky) ist Fabian Wiede der einzig verbliebene gelernte Spieler für die Position im rechten Rückraum – keine einfache Aufgabe, zumal Linkshänder von Natur aus seltener sind als Rechtshänder, nicht nur unter professionellen Handball-Spielern. Andererseits geht das die ganze Saison schon so bei den Füchsen – eine Verletzung oder Reha-Maßnahme jagt die nächste.

Noch nie haben die Füchse acht Bundesliga-Spiele in Folge gewonnen

In Bjarki Elisson, Hans Lindberg, Paul Drux, Marko Kopljar, Steffen Fäth und Drago Vukovic sind sechs Profis, fünf von ihnen Nationalspieler, mit Verletzungen ausgefallen oder nach langer Abstinenz zurückgekehrt. „Ich weiß nicht, ob ich schon einmal eine Mannschaft hatte, die so vom Verletzungspech verfolgt wurde, wie wir im Moment“, sagt Trainer Velimir Petkovic, „und ich bin seit über 30 Jahren im Geschäft.“

Umso erstaunlicher ist, wie souverän die Berliner bislang durch die Saison marschieren. Nach sieben Punktspielen sind sie ohne Punktverlust, im Falle eines Heimsieges gegen Erlangen winkt dem Tabellenführer sogar ein Vereinsrekord; bislang haben die Füchse noch nie acht Bundesliga-Spiele in Folge gewonnen. Überhaupt steht wettbewerbsübergreifend erst eine Niederlage in der Bilanz dieser Spielzeit: im Finale um den Weltpokal gegen Paris. Gegen Lemgo zeigten die Füchse ihre bisher beste Saisonleistung. „Da habe ich alles gesehen, was ich mir wünsche“, sagt Petkovic, „auf diesem Niveau wollen wir bleiben.“

Für gewöhnlich wäre das Duell gegen die Franken auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Johannes Sellin entwickelte sich bei den Füchsen zum Nationalspieler, ehe er über Melsungen in Erlangen landete. Am Donnerstag wird der Rechtsaußen allerdings nicht mitwirken können. Sellin hat sich kürzlich eine Fraktur im rechten Ringfinger zugezogen und wird, man ahnt es bereits, verletzt auf der Tribüne Platz nehmen müssen.

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