Hand in Hand. Berlins Petar Nenadic passt auf Jokov Gojun. Foto: imago/Beautiful Sports
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Handball-Bundesliga 29:24 gegen Wetzlar: Füchse Berlin behaupten die Tabellenführung

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Die Füchse haben die Tabellenführung verteidigt. Nach Startproblemen reichte gegen Wetzlar eine gute zweite Hälfte zum 29:24-Erfolg.

Das Bild, das Bob Hanning abgab, konnte eigentlich nichts Gutes bedeuten. Wie der Manager der Füchse da hinter der Ersatzbank saß, Hände verschränkt, ungläubiger Blick, kopfschüttelnd – normalerweise die Standard-Geste für Tage, an denen wenig bis nichts zusammenläuft beim Handball-Bundesligisten. Tatsächlich sah es für die Füchse am Sonntagnachmittag lange nach der zweiten Heimniederlage der Saison aus. Gegen den Tabellenelften aus Wetzlar tat sich das Team von Trainer Velimir Petkovic extrem schwer und konnte erst in der Schlussphase für klare Verhältnisse sorgen. Nach 60 umkämpften und unterhaltsamen Minuten stand am Ende ein 29:24 (12:13)-Sieg, den 8389 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ebenso lautstark bejubelten wie die erneute Tabellenführung.

„Andere Mannschaften unseres Formats sind hier in Berlin untergegangen, das ist uns nicht passiert“, sagte Gäste-Trainer Kai Wandschneider, am Ende habe einfach die Kraft gefehlt. „Kai war in der Pause stolz, ich konnte es nicht sein“, befand Füchse-Trainer Petkovic. „Am Ende bin ich aber zufrieden“, ergänzte er, „deshalb kriegen meine Jungs jetzt erstmal drei Tage frei.“

Bei einem Blick auf die Trainerbänke war schon vor dem Spiel klar: die verantwortlichen Herren würden im Verlauf des Nachmittags ihr ganzes Repertoire abrufen – schließlich gelten Füchse-Trainer Petkovic, 61, und HSG-Coach Wandschneider, 58, als zwei der profiliertesten, erfahrensten und akribischsten Trainer der Bundesliga.

Stipe Mandalinic feierte für Berlin sein Debüt

Zumindest in Halbzeit eins ging das aufs Spielfeld der Max-Schmeling-Halle verlagerte Schachspiel der beiden Routiniers an Wandschneider. Gegen die bewegliche und aggressive Deckungsreihe der Gäste fanden die Füchse nur selten Lösungen. Vor allem gingen die Gastgeber extrem schlampig mit ihren Überzahlsituationen um; bisweilen hatte man den Eindruck, die numerische Überlegenheit nach Zeitstrafen verunsichere die Berliner. Darüber hinaus ließen sie in der Rückwärtsbewegung die letzte Entschlossenheit vermissen. Das wiederum ermöglichte den Hessen eine Reihe einfacher Kontertore. Mit der Halbzeitsirene traf Wetzlars überragender Kreisläufer, Nationalspieler Jannik Kohlbacher, zur 13:12-Führung für Wetzlar.

Nach dem Seitenwechsel brachte Petkovic Petr Stochl für den glücklosen Heinevetter ins Tor, auf Linksaußen tauschte er Kevin Struck gegen Bjarki Elisson. Zwei gute Entscheidungen, wie sich schnell herausstellen sollte: Stochl entschärfte umgehend ein paar schwierige Bälle und Elisson erzielte nicht viele Treffer, dafür aber enorm wichtige – unter anderem den Ausgleich zum 13:13 und zum 20:20. Letzterer Treffer fiel in die beste Phase der Berliner, in der sie einen 9:2-Lauf hinlegten und einen Zwei-Tore-Rückstand in eine Fünf-Tore-Führung verwandelten.

Das Tor zum 26:21 durch Marko Kopljar war einerseits die Vorentscheidung, andererseits ermöglichte es Coach Petkovic noch ein kleines Experiment: So durfte Stipe Mandalinic, unter der Woche aus Zagreb nach Berlin gewechselt, noch die ersten Bundesliga-Minuten seiner Karriere sammeln.

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