Aus Erfahrung gut. Vedad Ibisevic will um seinen Platz kämpfen. Foto: Michael/AFP
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Fußball-Bundesliga Im Hertha-Kader ist ein harter Konkurrenzkampf ausgebrochen

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Der Kader von Hertha BSC ist mit 32 Profis so groß wie nie zuvor. Der Wettbewerb um die Plätze kann leistungsfördernd sein. Aber er wird auch Unzufriedenheit schüren.

Pal Dardai hatte für die Trainingseinheit am Dienstag seinen mächtigen Spielerkader in drei Mannschaften aufgeteilt, die abwechselnd gegeneinander antraten. Es war ein kleiner Vorgeschmack auf die Bundesliga-Rückrunde, die für Hertha BSC am Sonnabend mit dem Spiel beim VfB Stuttgart beginnt. Der Trainer wird einen Konkurrenzkampf zu moderieren haben, der in den kommenden Wochen und Monaten an Fahrt gewinnen wird. Der Wettbewerb um die Plätze kann leistungsfördernd sein. Aber er wird auch Unzufriedenheit schüren bei Spielern, die hinten dran sind und nur selten zum Einsatz kommen.

Noch nie war ein Kader bei den Blau-Weißen so groß wie der aktuelle. 32 Profis sind gelistet. Mit Blick auf die erste Europapokalteilnahme seit vielen Jahren hatte der Kader im Sommer an Breite gewonnen. Spieler wie Valentin Lazaro, Karim Rekik, Davie Selke und Mathew Leckie wurden geholt, aus der eigenen Jugend wurden Talente wie Julius Kade, Palko Dardai oder Arne Maier dazugeholt und mit Profiverträgen ausgestattet. Doch in der Rückrunde fallen internationale Spiele weg. „Jeder wird um Einsatzzeiten kämpfen“, sagt Vedad Ibisevic.

Herthas Torjäger ist davon auch betroffen, selbst als Mannschaftskapitän hat er keinen Anspruch auf einen Stammplatz in der ersten Elf. In den letzten Spielen der Hinrunde hatte Ibisevic seinen Stammplatz an Davie Selke verloren. Der ist in der laufenden Saison mit acht Pflichtspieltoren bei nur 14 Einsätzen doppelt so erfolgreich wie Ibisevic – und gut elf Jahre jünger. „Davie hat gut gespielt, er hat gut getroffen, ich muss warten“, sagt Ibisevic. Dabei steckt er in einer kleinen Zwickmühle – als Torjäger muss er egoistisch denken, als Kapitän aber das ganze Gebilde im Auge behalten. Ibisevic nickt. „Ich bin jetzt 33, ich habe ja ein bisschen was gelernt in meiner Karriere – die Mannschaft geht immer vor.“

Herthas Rückrundenziel sind 24 Punkte

Den lieben, guten Onkel werde der Bosnier nicht spielen, doch jederzeit ansprechbar bleiben für seine Mitspieler. „Ich stehe gern zur Verfügung, wenn sie reden wollen, gerade die jungen Spieler, die vielleicht ungeduldiger sind“, sagt Ibisevic. Allerdings sagt er auch, dass jeder Spieler die Konkurrenzsituation kenne und seine Rolle zu finden hat. „Wichtig ist, dass wir das Beste daraus machen, dass die, die spielen, die Punkte holen.“

Vedad Ibisevic geht optimistisch in die Rückrunde. Vor allem die letzten Spiele vor Weihnachten, die Siege gegen Hannover und beim Vizemeister Leipzig hätten der Mannschaft aufgezeigt, was sie mit Mut und Leidenschaft zu leisten imstande ist. Diese Überzeugung möchte man jetzt mit in die Rückrunde tragen, dann, so Ibisevic, sei Einiges möglich.

Bei Halbzeit der Spielzeit steht Hertha mit 24 Punkten auf Platz zehn in der Tabelle. Es ist ein Platz mit etwas Abstand nach unten (neun zum Relegationsplatz) und mit Aussicht nach oben (vier bis zu den Europapokalplätzen).

Als inoffizielles Ziel sind für die Rückrunde 24 Punkte ausgegeben, ein ambitioniertes Ziel für die Berliner, die in den vergangenen Jahren alles andere als ein Rückrundenmonster waren. Auf eine Punktezahl will Ibisevic sich nicht festlegen lassen, er sagt aber, „dass wir schon am Samstag in Stuttgart anfangen müssen, Punkte zu sammeln“. Das werde schwer genug. „In der Liga verschenkt keiner was.“

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