Wieder drin. Ein Schuss von Chad Kolarik (nicht im Bild) landet im Tor von Petri Vehanen (rechts), es war der dritte von vier Mannheimer Treffern. Foto: Matthias Koch/Imago
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Eisbären unterliegen Adler Volle Tribüne, aber viele Gegentore

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Endlich kommen die Zuschauer, doch dann verlieren die Eisbären. In einem guten Spiel kassieren die Berliner beim achten Saisonauftritt die dritte Niederlage.

Geisterspiel? Protest? Oder einfach keine Lust auf Eishockey? 25 Minuten vor Beginn des Spiels der Eisbären gegen die Adler Mannheim war der Fanblock der Berliner immer noch komplett leer. Dafür hantierten dort Menschen mit Bauarbeiterhelmen hektisch an Metallverstrebungen. Dann endlich das Zeichen: Die Tribüne ist freigegeben, ihr Umbau nach einem Konzert am Vorabend abgeschlossen. Noch einmal fünf Minuten später war der Block rappelvoll.

Die Fans der Berliner hatten ihre Plätze also mit Verspätung eingenommen, einen langen Anlauf brauchte auch die Heimmannschaft. Schon nach vier Minuten lagen die Eisbären 0:2 zurück, am Ende hieß es vor der Saisonrekordkulisse von 12 877 Zuschauern 3:4 (1:2, 1:1, 1:1). In der Tabelle sind beide Mannschaften damit punktgleich, wobei die Adler ein Spiel mehr bestritten haben. „Mannheim hat einen super Start erwischt. Die waren schon 2:0 vorne, da haben wir kaum zweimal geatmet“, sagte Trainer Uwe Krupp.

In der vergangenen Saison hatten die Berliner aber gezeigt, dass sie gegen Mannheim durchaus einen sehr langen Atem haben können, im Play-off-Viertelfinale hatten sie sich seinerzeit nach sieben dramatischen Spielen hauchdünn durchgesetzt. Und auch das insgesamt 124. Duell der beiden Teams blieb bis zum Ende spannend. Denn die Eisbären konnten die beiden schnellen Gegentore durch Marcel Goc und Phil Hungerecker nach kurzer Schockstarre wegstecken. Ein schöner Angriff über Louis-Marc Aubry und Daniel Fischbuch brachte die Gastgeber zurück ins Spiel. Fischbuch verwertete das Zuspiel seines Sturmpartners mit einem trockenen Handgelenkschuss.

"Nach einem 0:2 zurückzukommen, ist nicht leicht"

Die Eisbären waren nun dran, auch weil sich die Mannheimer zurückzogen und auf ihre Defensive vertrauten. Die ist in dieser Saison allerdings noch recht löchrig, trotzdem nahmen die Adler ihre 2:1-Führung mit in die erste Pause. Ins zweite Drittel starteten dann die Berliner blitzschnell. Nach 68 Sekunden glich Nick Petersen das Spiel aus. „Nach einem 0:2 zurückzukommen, ist nicht leicht“, sagte Stürmer James Sheppard später. Zu diesem Zeitpunkt hatte wohl auch der Kanadier gedacht, dass die Eisbären die Partie komplett drehen könnten. Chancen dafür gab es durchaus, doch die Berliner gingen wieder einmal allzu leichtfertig mit ihren Überzahlchancen um. Das 3:2 fiel stattdessen durchaus überraschend für die Adler durch Chad Kolarik. Trotzdem meinte Krupp nachher: „In Sachen Powerplay war das heute eines unserer besten Spiele in dieser Saison.“

Ein Tor gelang den Eisbären mit einem Mann mehr auf dem Eis aber nicht, dennoch kamen sie zehn Minuten vor dem Ende zum Ausgleich. Sheppard erzielte sein erstes Tor im Dress der Berliner. Jetzt tobte die Arena am Ostbahnhof. Die Intensität im Spiel nahm sekündlich zu. Gab es zunächst überhaupt keine Strafzeiten, wurde nun mehr gehalten, gehakt und geschlagen. Die Mannheimer waren dabei an diesem Tag das deutlich effizientere Team. Ihr einziges Powerplay nutzte Garrett Festerling nach nur sechs Sekunden zum 4:3. Berlin rannte danach wütend, aber weitgehend konzeptlos an. Und musste sich so letztlich trotz aller Bemühungen geschlagen geben. „Wenn du vier Tore zulässt, ist es schwer Punkte zu holen. Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen“, sagte Krupp.

Schon am Dienstag gibt es bei der aufstrebenden Düsseldorfer EG (17 Uhr/Sport1) das nächste Spiel. „Wenn wir da so auftreten wie heute, haben wir sicher eine gute Chance“, meinte Sheppard. Und bisher haben die Eisbären in dieser Saison noch jede Niederlage sofort wieder mit einem Sieg beantwortet.

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