Hartmut Nickel konzentriert sich künftig auf die Gartenarbeit mit seiner Frau. Foto: Imago
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Eisbären Berlin Co-Trainer Hartmut Nickel macht Schluss

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"40 Jahre sind ja ein Stück Holz", sagt Hartmut Nickel - und beendet seine Trainerkarriere. Die Eisbären-Legende hat alle Meistertitel des Eishockey-Vereins aktiv miterlebt. In Berlin werden sie ihn vermissen - und nicht nur dort. Ein Kommentar.

Papa Eisbär macht Schluss. Nach 40 Jahren hat Hartmut Nickel am Mittwoch das Ende seiner Trainerkarriere verkündet. Leicht ist ihm die Entscheidung nicht gefallen, die Tränen konnte der 69-Jährige an diesem Tag nur mühsam unterdrücken. „Es war eine schöne Zeit und ich bin stolz darauf“, sagte er. Mit seinem Abschied verlieren die Eisbären auch ein Stück ihrer Identität. Denn Nickel war eine Art Vorzeige-Ossi, er war das lebendige Beispiel für die von vielen Fans immer noch gern hoch gehaltene Ost-Tradition.

Nickel hat in seiner Laufbahn viel erlebt – und wenn er Geschichten von früher erzählt, glänzen seine Augen noch immer. Für fünf Bücher würden seine Erlebnisse reichen, hat Nickel einmal erzählt. „Aber wenn ich das alles aufschreibe, bräuchte ich hinterher einen Bodyguard.“ Mit dem SC Dynamo Berlin hat der Mann aus Weißwasser 15 Meistertitel in der kleinsten Eishockey-Liga der Welt geholt – gegen den Klub aus seiner Heimatstadt. In Weißwasser haben sie ihn dafür gehasst, doch Nickel hat Schlimmeres erlebt. 1970 beschloss die DDR-Führung, Eishockey nicht mehr zu fördern. Die Sportart stand praktisch vor dem Aus – und überlebte dennoch. Die Wende erlebte Nickel als Trainer in Berlin. 17 Insolvenzanträge überstand der Klub in den turbulenten Anfangsjahren in der plötzlich ganz großen deutschen Eishockeywelt. Irgendwann wagte Nickel den Absprung nach Hannover. Dort blieb er drei Jahre – und kehrte zu seinem längst unter dem Namen Eisbären Berlin firmierenden Herzensklub zurück.

Hartmut Nickel hört nicht aus gesundheitlichen Gründen auf

Dort stand er wieder hinter der Bande, als Co-Trainer erlebte er alle sieben Meisterschaften in der DEL mit. Wichtig ist Nickel die Tatsache, dass er „nicht aus gesundheitlichen Gründen“ aufhört. Mit dem neuen Sportlichen Leiter Stefan Ustorf sieht er seine Eisbären für die Zukunft gut aufgestellt. Denn nach der verkorksten Vorsaison ist seine größte Hoffnung, „dass wir das Leck geschlagene Schiff wieder auf Kurs bringen“.

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Nickel sagt „wir“. Denn so ganz loslassen, das kann er nicht. Und muss es auch nicht. Als sportlicher Berater bleibt er dem Verein erhalten. An der Bande aber bleibt sein Platz künftig leer. Fans, Spieler und Trainerkollegen werden ihn dort vermissen. Ein neuer Papa Eisbär ist nicht in Sicht. Und wer sollte Hartmut Nickel auch ersetzen?

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