Abklatsch unter Rivalen und Kollegen. Die Australier Mark Lebedew (l.) und Luke Reynolds (r.) verbindet die Arbeit bei der australischen Nationalmannschaft sowie die Konkurrenz auf Klubebene. Foto: CEV CEV
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Champions League BR Volleys vs. Jastrzebski Wegiel: Die Freundschaft ruht

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In der Champions League treffen die BR Volleys auf Jastrzebski. Die Klubs verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Das stört nun ein wenig.

Nicht selten kommt es im Sport zu interessanten Konstellationen, zu Aufeinandertreffen alter Kollegen oder Freunde. Und nicht selten, der Zufall will es so, sorgt dann gerade der alte Kumpel für die Entscheidung gegen das eigene Team. Wenn an diesem Mittwoch der Berliner Volleyball-Bundesligist BR Volleys in seinem ersten Champions-League-Spiel in dieser Saison beim polnischen Spitzenklub Jastrzebski Wegiel (20.30 Uhr) gastiert, ist die Konstellation sogar noch spannender: Zum einen treffen die Berliner auf ihren ehemaligen Trainer Mark Lebedew, zum anderen sieht Lebedew beim Gegner viele Gesichter aus der australischen Nationalmannschaft, die er ebenfalls betreut. Zu nennen wären Volleys-Trainer Luke Reynolds, der ihm bis zuletzt beim australischen Nationalteam als Co-Trainer zur Seite stand sowie die Spieler Paul Carroll, Adam White und Luke Perry. Die Begegnung zwischen Jastrzebski und den Volleys ist daher auch das Zusammentreffen vieler Kollegen über die Vereinsgrenzen hinweg.

Im Vorfeld der Begegnung haben die Volleys über ihre sozialen Kanäle ein hübsches Bild gepostet. Es zeigt die beiden Trainer, den jungen Reynolds und seinen Mentor Lebedew, wie sie ein Armdrücken simulieren und sich tief in die Augen schauen. Es ist eine sehr gestellte Rivalität. Die beiden Trainer mögen und schätzen sich und vermutlich war Lebedews Empfehlung nicht ganz unwichtig dafür, dass sich Volleys-Manager Kaweh Niroomand vor dieser Saison für den unerfahrenen Neuling Reynolds auf der Position des Cheftrainers entschieden hatte.

Kampf um Platz zwei gegen die Kollegen

Dieses besondere Beziehungsgeflecht macht die Sache nun für alle Beteiligten nicht leichter. Die Ausgangslage in der Gruppe D der Champions League ist folgende: Zenit Kasan ist derzeit das beste Team der Welt. Die Russen sind die haushohen Favoriten, während Toulouse als Außenseiter gilt. „Ich denke mal, dass der Kampf um Platz zwei zwischen uns und Jastrzebski ausgetragen wird“, sagt Niroomand. „Mit einem Punkt wäre ich schon zufrieden. Dann könnten wir uns mit einem klaren Sieg im Rückspiel vielleicht für die Play-offs qualifizieren“, blickt der Volleys-Manager schon voraus.

Es geht für beide Mannschaften um sehr viel gegen die Kollegen, Freunde und Förderer. „Wir kämpfen um den Einzug in die nächste Runde, da stehen persönliche Belange und Verbindungen hinten an“, wird Lebedew auf der Webseite der BR Volleys zitiert. Ein diffiziles Vorhaben, aber eben auch eines, für das es auf beiden Seiten keine Alternative gibt. Gerade für die Volleys ist das Spiel gegen die Polen eminent wichtig.

In der vergangenen Saison waren die Berliner Deutscher Meister geworden. Eigentlicher Höhepunkt war aber die Qualifikation für das Final Four der Champions League, der Endrunde der besten vier europäischen Klubmannschaften, in Rom. Die Volleys verloren zwar ihre beiden Spiele, sie lieferten aber den Nachweis, dicht dran zu sein an der internationalen Spitze. In dieser Spielzeit sind die Volleys bislang nicht mal nationale Spitze. Im Pokal sind sie bereits ausgeschieden, und in der Liga mussten sie in den bisherigen sechs Spielen schon zwei Niederlagen hinnehmen. „Wir müssen uns jetzt von Spiel zu Spiel an unsere Topform ranrobben“, sagt Niroomand. Einfach wird das nicht gegen die ambitionierten Polen. „Wären wir in Normalform, würde ich sagen, wir schaffen das. So aber gibt es Fragezeichen“, sagt Niroomand.

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