Einen Weg gibt es immer. Wolfsburgs Yunus Malli (Mitte) beschäftigt seine Gladbacher Gegenspieler. Foto: Peter Steffen/dpa
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Borussia Mönchengladbach verliert in Wolfsburg Gladbach und der Fluch der Bayern-Besieger

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Dem Sieg gegen Bayern München folgt für Borussia Mönchengladbach eine 0:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg - diese Erfahrung haben auch schon andere Teams gemacht.

Es muss im Frühjahr 2011 gewesen sein, als ein Nachwuchsspieler im Büro von Max Eberl, dem Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, saß, um über seinen ersten Profivertrag zu verhandeln. Aber die Bedingungen des jungen Mannes waren für die Gladbacher nicht akzeptabel. Der damals 19-Jährige, noch kein einziges Mal für die erste Mannschaft zum Einsatz gekommen, wollte sich in seinem Vertrag festschreiben lassen, nur bei den Profis zu trainieren und nicht etwa bei der U 23. Eberl lehnte ab – und so wechselte Yunus Malli ablösefrei zu Mainz 05. Am Sonntagabend dürften die Borussen diese Entscheidung zutiefst bedauert haben. Yunus Malli, inzwischen beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, war der überragende Mann gegen die Gladbacher. Ein Tor und einen Assist steuerte er zum 3:0 (2:0)-Heimsieg des VfL bei.

Von den acht Mannschaften, die zuletzt gegen Bayern München gewonnen hatten, konnte keine einzige auch das folgende Spiel für sich entscheiden. Diese Serie hatte Borussias Trainer Dieter Hecking unbedingt durchbrechen wollen. Der Wunsch blieb unerfüllt. Dazu verpassten die Gladbacher den Sprung auf Platz zwei in der Fußball-Bundesliga. „Normalerweise sollte ein Sieg gegen Bayern beflügeln, uns hat’s eher gehemmt“, sagte Matthias Ginter. „Das ist bitter, weil wir den nächsten Schritt machen wollten.“

Gleich mit ihrem ersten Angriff, nach gerade mal drei Minuten, gingen die Wolfsburger vor 24.265 Zuschauern durch Malli in Führung. Den Angriff hatte er mit einem Tunnel gegen Matthias Ginter selbst eingeleitet; nach einer flachen Hereingabe von Mario Gomez traf er mit einem platzierten Schuss neben den Pfosten zum 1:0. Noch schöner war sein Beitrag zum zweiten Tor Mitte der ersten Halbzeit. „Sensationell gut gespielt“, fand selbst Gladbachs Trainer Hecking. Malli spielte mit einem Aufsetzer Daniel Didavi frei, und der überwand Yann Sommer mit einem feinen Heber. An der Seitenlinie fluchte Hecking über das täppische Abwehrverhalten seines Teams. „Wir sind eine spielerisch gute Mannschaft, aber es liegt uns nicht immer, bissig in die Zweikämpfe zu kommen“, klagte er.

Nicht einmal 14 Monate sind vergangen, seitdem Dieter Hecking Trainer der Wolfsburger war. Aus der Startelf seines letzten Spiels mit dem VfL standen nur Torhüter Koen Casteels und Mario Gomez am Sonntagabend noch auf dem Platz. An keinem Bundesligastandort ist die Fluktuation so hoch wie in Wolfsburg. Aber eins ist gewiss, egal wer spielt: Zu Hause gegen Gladbach reicht es eigentlich immer. Nur zwei Mal haben die Gladbacher in Wolfsburg gewonnen, zuletzt vor 14 Jahren. Seitdem gab es noch zwei Unentschieden. Im konkreten Fall reichten den Wolfsburgern eigentlich Malli und Didavi, die unter dem neuen Trainer Martin Schmidt, dem dritten seit Heckings Entlassung, regelrecht aufgeblüht sind.

Yunus Malli war mit einem Tor und einer Vorlage der beste Mann

In der ersten Hälfte machten die Gladbacher ein durchaus akzeptables Auswärtsspiel – allerdings erst nach dem 0:2. Wolfsburgs Trainer Schmidt sah in dieser Phase „ein richtig starkes Gladbach, das unsere Defensive gehörig durcheinander gewirbelt hat“. Bis zur Pause erspielten sich die Gäste noch einige Chancen, ließen im Abschluss allerdings die letzte Entschlossenheit vermissen. Mehr als zwei Abseitstore durch Hazard und Kapitän Lars Stindl innerhalb von nur zwei Minuten sprangen nicht heraus. Fast mit dem Halbzeitpfiff vergab Hazard die beste Chance, als er nach einem langen Pass frei vor Casteels eigentlich alle Zeit hatte, aber überhastet verzog.

Die Gäste fanden in dieser Phase immer wieder Räume für ihren Kombinationsfußball, brachten Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels aber kaum noch einmal in echte Verlegenheit. Der letzte Glaube, dem Spiel noch eine Wende geben zu können, schien den Gladbachern schließlich zu fehlen.

Richtigen Druck konnten sie in der zweiten Hälfte nicht aufbauen. Im Gegenteil: Die besseren Chancen hatten die Wolfsburger. Und mehr Wucht dazu. So wie 20 Minuten vor dem Ende, als Josuha Guillavogui aus 25 Metern frei zum Schuss kam und der Ball, von Denis Zakaria noch abgefälscht, zum 3:0-Endstand im Tor landete.

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