Die Eisbären spielten in Lappeenranta zu Beginn stark auf, hinten raus war dann aber SaiPa stärker. Foto: Leopoldp

3:6 bei SaiPa Lappeenranta Eisbären Berlin verpassen Gruppensieg in der Champions Hockey League

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Mit einem Sieg in Finnland hätten die Eisbären die CHL-Vorrunde noch als Gruppenerster beenden können. Doch daraus wurde trotz ordentlicher Leistung nichts.

In der Eishalle von Lappeenranta wirkt es, als sei die Zeit stehen geblieben. Alles ist hier in Ostfinnland, nahe der Grenze zu Russland noch ursprünglich, unter dem holzverstärkten Dach ziehen sich mächtige Metallverstrebungen und geben der in vielen Ecken nur notdürftig modernisierten Arena einen morbiden Charme. Aus den Lautsprecherboxen schallt Rockmusik mit bedenklichem Haltbarkeitsdatum und alles ist noch eine Nummer kleiner als anderswo in der Eishockeywelt.

Die Eisbären kennen eine solche Atmosphäre aus ihrem altehrwürdigen Wellblechpalast in Hohenschönhausen und so verwunderte es dann auch nicht, dass sich die Berliner am Samstagnachmittag vor 2731 Zuschauern in Lappeenranta auch sofort heimisch fühlten. Doch nach starkem ersten Drittel der Gäste waren die Finnen letztlich das bessere Team und siegten 6:3 (0:1, 3:0, 3:2). Damit geht SaiPa als Gruppensieger in die K.o.-Runde der Champions Hockey League (CHL), die Eisbären sind als Zweiter aber ebenfalls weiter europäisch mit dabei. "Grundsätzlich bin ich zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, nur nicht mit dem Ergebnis. Wir haben gut gekämpft, aber sechs Gegentore sind natürlich zu viel", sagte Trainer Uwe Krupp.

Nach dem 5:2-Sieg am Donnerstag in Lulea und der damit verbundenen vorzeitigen Qualifikation für das Sechzehntelfinale hatte Krupp sein Team leicht verändert. Im Tor stand Marvin Cuepper anstelle der etatmäßigen Nummer eins Petri Vehanen, dazu fehlten Frank Hördler (Regeneration) und Julian Talbot (Hüftverletzung). Auch die Hoffnungen auf ein mögliches Comeback von Verteidiger Bruno Gervais erfüllten sich nicht. Krupp wollte nach dessen langer Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandrisses in diesem sportlich nicht mehr wirklich bedeutenden Spiel kein unnötiges Risiko eingehen.

Am Montag wird die erste K.o.-Runde ausgelost

Im ersten Drittel präsentierten sich die Berliner enorm spielfreudig und belohnten sich mit dem Führungstor von Florian Busch. Cuepper im Eisbären-Kasten hatte wenig zu tun, das Schussverhältnis lautete 17:2 für die Gäste. Und da zählte noch nicht einmal der Pfostentreffer von Marcel Noebels mit. Doch aus der Überlegenheit machten die Eisbären letztlich zu wenig, im zweiten Abschnitt nutzten die Gastgeber gleich das erste Überzahlspiel zum Ausgleich. Und auch danach war SaiPa das dominierende Team, nach 40 Minuten stand es 3:1 für die Finnen. Die 50 mitgereisten Berliner Fans ließen sich die Laune dadurch aber nicht verderben und sangen: „Und wir sind nur zum Feiern hier.“

Einen Sieg nach regulärer Spielzeit hätten die Eisbären gebraucht, um noch Gruppenplatz eins zu erreichen. Und im letzten Drittel keimte nach Kyle Wilsons Anschlusstreffer zum 2:3 noch einmal kurz Hoffnung auf, doch nach SaiPas Tor zum 4:2 erlahmten die Bemühungen der Berliner dann doch zunehmend. Lappeenranta kam noch zum fünften und sechsten Treffer, die Eisbären trafen zwischendurch ebenfalls noch einmal durch Micki DuPont. Trotz dieser Niederlage kann die Mannschaft mit ihrem Abschneiden in der CHL zufrieden sein, am Montag wird sie bei der Auslosung erfahren, wer im Oktober in der Runde der letzten 32 der nächste Gegner ist.

Die Reise nach Lulea und Lappeenranta erfolgte auf Einladung der Eisbären Berlin.

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