Hin und her. Die Abwehrreihen standen unter Dauerbeschuss. Foto: imago/Eibner
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3:4 in Heidenheim Sechs Tore in 14 Minuten: Union Berlin verliert turbulentes Spiel

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Drei Auswärtstore reichen nicht einmal für einen Punkt. Das liegt vor allem an einer schwachen Leistung in der Abwehr. Die Erfolgsserie ist damit beendet.

Steven Skrzybski hob den Ball ein letztes Mal in den Strafraum des 1. FC Heidenheim. Doch kein Mitspieler kam heran. Es war der unspektakuläre Schlusspunkt eines höchst spektakulären Spiels in der Zweiten Liga, das der 1. FC Union 3:4 (0:1) verlor. Damit endet die Serie von sechs Partien ohne Niederlage. „Die Mannschaft hat eine Riesenmoral gezeigt, aber wir hatten eine zu hohe Fehlerquote. Wir ärgern uns, dass wir unsere Leistung nicht abrufen konnten“, sagte Trainer Jens Keller.

Erstmals seit September stand Skrzybski wieder in der Startelf und machte an seinem 25. Geburtstag zwei Tore. In einem normalen Spiel reicht das zum Titel „Mann des Tages“. Aber in dieser Begegnung war wenig normal, es herrschte zeitweise der reine Fußball-Wahnsinn auf der Ostalb. Zum Beispiel fielen sechs Tore innerhalb von nur 14 Minuten.
Keller hatte als rechten Verteidiger Peter Kurzweg für den gelbgesperrten Christopher Trimmel aufgeboten. Dazu stand im Mittelfeld neben Skrzybski auch Damir Kreilach in der Startelf. Simon Hedlund fehlte erkrankt und Marcel Hartel pausierte nach seinen Einsätzen für die U-21-Nationalmannschaft zunächst.

Der Gegner serviert die Chance

Die erste große Chance bekam Union vom Gegner serviert. John Verhoek spielte an der Mittellinie einen derart üblen Pass, dass er beim Hinterherschauen entgeistert die Hände vor das Gesicht schlug. Sebastian Polter nahm den Ball auf, stand vor Torwart Kevin Müller – dieser zeigte jedoch eine glänzende Parade. Das war es schon für lange Zeit mit Unions gefährlichen Offensivaktionen. Vor der Pause hatte nur noch Kristian Pedersen eine Gelegenheit, aber auch diesmal war Müller nicht zu bezwingen.
Während Heidenheims Torwart das Geschehen meist aus der Ferne verfolgte, stand sein Gegenüber Jakob Busk erstaunlich oft im Blickpunkt. Er war bei mehreren Fernschüssen ebenso im Bilde wie in der Szene, als Toni Leistner eine Flanke Richtung eigenes Tor lenkte.
Doch wie es bei Torhütern eben so ist: Viele gute Aktionen geraten bei einer weniger gelungenen schnell in den Hintergrund. Kurz vor der Pause wollte Busk einen Freistoß von Marc Schnatterer – wie Skrzybski Geburtstagskind, nur sieben Jahre älter – wegfausten. An den Ball kam allerdings Arne Feick, der ihn ins Tor köpfte. Es war die verdiente Führung für den mutig nach vorn spielenden Drittletzten gegen den Dritten. Schon vor der Länderspielpause hatte Heidenheim aufsteigende Form gezeigt und gegen die Spitzenteams 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf vier Punkte geholt.

Abwehr indisponiert

In der zweiten Halbzeit ging es richtig los: Erst schlief Unions diesmal häufig indisponierte Hintermannschaft bei einer Flanke von Feick, und Verhoek verwertete den Ball, den er zuvor an den Pfosten geköpft hatte. Die Berliner schlugen zurück, als Polter einen an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter verwandelte.
Union hoffte wieder – und fing sich prompt den nächsten vermeidbaren Treffer: Busk hatte bei Schnatterers Freistoß aus über 30 Metern freie Sicht, aber der Ball ging rein. Die Entscheidung? Ach was. Skrzybski war in dem nun endgültig wilden Spiel mit zwei Toren für die Gäste erfolgreich, bei denen mittlerweile Hartel und Philipp Hosiner dabei waren. Doch zwischendurch hatte auch Verhoek sein zweites Tor eingestreut. (Tsp)

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