Hart erkämpft. Unions Marcel Hartel (l.) und der Darmstädter Fabian Holland. Foto: A. Hilse/dpa
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1. FC Union spielt 3:3 gegen Darmstadt Ausgleich mit der letzten Aktion

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Glück gehabt: In einem vogelwilden Spiel kommt der 1. FC Union in der Nachspielzeit noch zum 3:3 gegen Darmstadt 98.

Derart verrückte Fußballspiele wie die 3:4-Niederlage des 1. FC Union Berlin vor einer Woche in Heidenheim sind eigentlich selten, der Berliner Zweitligist wird zum Missfallen von Trainer Jens Keller aber langsam zu einem Experten in dieser Disziplin. Im Heimspiel gegen Darmstadt 98 am Freitag bot Union den 21.108 Zuschauern erneut eine ebenso vogelwilde wie ereignisreiche Begegnung. Am Ende bewahrte ein Eigentor von Jan Rosenthal zum 3:3 (1:0) in der vierten Minute der Nachspielzeit den Berliner Aufstiegsanwärter gegen den zuvor acht Spiele sieglosen Bundesliga-Absteiger vor der ersten Heimniederlage der Saison. Die übrigen Treffer für Union erzielten Grischa Prömel und Sebastian Polter. „Die erste Halbzeit war gut, danach haben wir Geschenke verteilt“, sagte Keller an seinem 47. Geburtstag. „Dass wir bis zur letzten Aktion marschieren, zeigt aber die Qualität der Mannschaft.“
In der ersten Halbzeit deutete noch nichts auf solch ein turbulentes Spiel hin. Keller wechselte im Vergleich zur Vorwoche auf vier Positionen. Christopher Trimmel, Simon Hedlund und Marcel Hartel kehrten in die Startelf zurück. Außerdem durfte Dennis Daube im zentralen Mittelfeld für Kapitän Felix Kroos beginnen. 

Nachdem die Fans vor dem Anpfiff dem kürzlich verstorbenen Jimmy Hoge mit lautem Jubel gedacht hatten, brauchte Union eine Viertelstunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Im Abschluss fehlte zwar die letzte Präzision, Darmstadts Torwart Florian Stritzel half bei seinem Profidebüt jedoch unfreiwillig nach. Nach einem starken Solo von Kristian Pedersen schoss Prömel flach, zentral und nicht sonderlich scharf. Stritzel rutschte der Ball aber durch die Hände ins Tor.

Der Ausgleich zum 3:3 fällt dann eher glücklich

Union hätte die Führung eigentlich Sicherheit geben müssen, in der zweiten Halbzeit verlor das Team jedoch die taktische Ordnung. Auf den Ausgleich durch Terrence Boyd antwortete Polter vom Elfmeterpunkt. Darmstadts Kapitän Aytac Sulu schien jedoch mit dem Kopf und nicht – wie geahndet – mit der Hand am Ball gewesen zu sein. Die Gäste ließen sich davon aber nicht schocken und glichen durch Boyd erneut aus. 
Union rannte nun oft blind nach vorne und fing sich gleich das nächste Gegentor.

Trimmel foulte Marvin Mehlem im Strafraum und der eingewechselte Tobias Kempe traf zum 3:2 für die Gäste, es war das vierte Tor innerhalb von 15 Minuten. Die Berliner warfen sich zwar mit dem Mut der Verzweiflung nach vorne und reklamierte zwei weitere Handspiele im Strafraum, lange jedoch vergeblich. In der vierten Minute der Nachspielzeit, als auch Torwart Busk nach vorne geeilt war, flipperte der Ball dann doch noch zum Ausgleich ins Tor. Wie ein Aufsteiger sieht der 1. FC Union im Herbst 2017 dennoch nicht aus.

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