Fabian Schönheim (rechts) spielt seit Wochen wieder regelmäßig und zuverlässig. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa-Zentralbild/dpa
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1. FC Union Berlin Fabian Schönheim kämpft um seinen Stammplatz

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Fabian Schönheim kam aufgrund zahlreicher Verletzungen lange kaum zum Einsatz. Jetzt ist er seit Monaten fit und gesetzt. Auch am Samstag gegen Angstgegner Greuther Fürth.

163 Minuten fehlen Fabian Schönheim noch. Bei drei ausstehenden Spielen in diesem Monat sind die Zweifel gering: Der Verteidiger des 1. FC Union Berlin wird seine Einsatzzeit aus der Vorsaison wohl noch im Oktober knacken. 905 Minuten spielte Schönheim 2016/17, 13 Einsätze zwischen August und Mai. Das war's. Dass er jetzt über Wochen regelmäßig und zuverlässig auf dem Platz steht, haben ihm viele nicht zugetraut. Zu oft war Schönheim, der nach Michael Parensen und Eigengewächs Steven Skrzybski dienstälteste Union-Profi, verletzt. Der 30 Jahre alte Pfälzer galt bei einigen in Köpenick trotz seines Vertrags bis 2019 bereits als Auslaufmodell.

Doch Schönheim hat seine Chance genutzt. Seit Ende August, als erst Toni Leistner und dann Marc Torrejon ausfielen, ist er in der Innenverteidigung gesetzt. Sieben Spiele hat er seitdem von Anfang an gespielt, nur beim 5:0-Sieg gegen Kaiserslautern wurde er mit leichten muskulären Problemen kurz vor Schluss vorsorglich ausgewechselt. So viel Kontinuität gab es bei Schönheim zuletzt vor über zwei Jahren. Immer wieder warfen ihn Verletzungen, meist im Adduktoren- oder Oberschenkelbereich, zurück. Seine Muskulatur scheint Schönheim mittlerweile aber besser im Griff zu haben. Auch weil bei ihm eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert wurde und er seine Ernährung umgestellt hat.

"Emotionen? Das ist einfach mein Spiel"

Über mangelnde Spielpraxis kann sich der ehemalige U-21-Nationalspieler jedenfalls nicht mehr beklagen – und das merkt man an seinen Leistungen. „Wenn du nicht so viele Spiele machst, versuchst du erst mal, dich über einfache Dinge ins Spiel zu bringen“, sagt Schönheim. Diese Phase ist mittlerweile vorbei. Der Innenverteidiger wirkt in seinen Aktionen wieder deutlich sicherer und hat seinen Anteil an der wiedergewonnenen defensiven Stabilität. Seit dem wichtigen Sieg gegen Kaiserslautern hat Union in drei Spielen nur ein Tor kassiert. Zudem ist Schönheim mit seiner Art Fußball zu arbeiten und lautstark zu sein, wichtig für das Team. „Das ist einfach mein Spiel“, sagt er. „Wenn ich meine Einsätze kriege, kommen auch die Emotionen wieder dazu.“

Nun stellt sich jedoch die Frage, wie viele Einsätze Schönheim noch bekommt. Torrejon ist nach auskurierter Muskelverletzung in der rechten Wade am Montag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Vor seiner fünfwöchigen Zwangspause war der Spanier neben Leistner gesetzt. Im Heimspiel gegen Greuther Fürth am Samstag (13 Uhr, live bei Sky) wird er aber noch nicht im Kader stehen. „Von Anfang an wird er nicht spielen und daher bringt ihm ein intensives Training mehr als ein Platz auf der Bank“, sagt Unions Trainer Jens Keller.

Die Franken sind einer der Angstgegner der Berliner. Von den letzten sieben Heimspielen verlor Union sechs, dazu kommt ein Unentschieden. Auch Schönheim ist gegen Fürth noch sieglos. Dennoch wird er am Samstag wieder in der Startformation stehen. Der Konkurrenzkampf in der Abwehr ist dennoch groß. Während es Christoph Schösswendter seit seiner schwachen Leistung in Sandhausen nicht mal mehr in den Kader geschafft hat, dürfte Torrejon schnell auf den Platz zurückkehren. „Für die kommende Woche ist er auf jeden Fall eine Option“, sagt Keller mit Blick auf die Spiele im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen am Dienstag und in der Liga in Duisburg am Sonntag. Das gilt jedoch erst recht für Fabian Schönheim und seine fehlenden 163 Minuten.

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