Das Schiff der Identitären Bewegung "C-Star", fotografiert von Bord der "Sea-Eye". Foto: Sea-Eyep

Verwirrung um "C-Star" Schiff der Identitären lehnt Hilfe ab

Pascale Müller
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Die "C-Star" der Identitären Bewegung soll durch einen Maschinenschaden manövrierunfähig sein. Hilfe durch die Organisation Sea-Eye lehnt sie allerdings ab.

Laut der deutschen Flüchtlings-Rettungsorganisation Sea-Eye hat das Schiff der Identitären Bewegung, "C-Star", jede Hilfe durch die Crew abgelehnt. Die "C-Star" war nach Angaben der Sea-Eye am Freitagmorgen vor Libyen in Seenot geraten und durch einen Maschinenschaden manövrierunfähig. Die Rettungsorganisation aus Regensburg berief sich dabei auf einen Sprecher der EU-Marine-Mission "Sophia", die die Sea-Eye damit beauftragt habe den Identitären zur Hilfe zu kommen. Die rechten Aktivisten schrieben auf Twitter hingegen: "Wir haben ein technisches Problem, das aber keine Seenotrettung erforderlich macht."

Die Sea-Eye habe Kurs auf die "C-Star", genommen, hieß es in einer Pressemitteilung am Nachmittag. Als man per Funk in Kontakt getreten sei, lehnte die Crew aber jede Hilfe ab. Auf Weisung der Seenotleitzentrale in Rom (MRCC) habe die Sea-Eye darauf hin ihren Erkundungskurs nach Schiffbrüchigen und Ertrinkenden fort gesetzt.

Die Rechtsextremen, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden, machen seit mehreren Wochen im Mittelmeer Druck auf Flüchtlings-Retter, denen sie "Menschenhandel" vorwerfen. Erst vor wenigen Tagen verfolgten sie ein Schiff der beiden Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée (SOS Mittelmeer). Die Identitäre Bewegung hat auch in Frankreich und Italien Anhänger. Der Vorsitzende von Sea-Eye, Michael Buschheuer, erklärte: "In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist - unterschiedslos zu seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung."

Ein Sprecher von Sea-Eye übte aber scharfe Kritik an den Zielen der "C-Star"-Aktivisten. Ihnen gehe es um ein "großangelegtes Propaganda-Manöver" gegen Flüchtlinge und ihre Helfer im Mittelmeer. Sie beschränkten sich einseitig auf die Forderung, die Menschen zurück nach Afrika zu bringen. Der Sea-Eye-Sprecher kritisierte zudem die jüngste Drohung Libyens, gegen Flüchtlingshelfer vor der eigenen Küste vorzugehen. Die rechtsextremen Aktivisten hatten die libysche Ankündigung dagegen auf Twitter als "Sieg für die Verteidigung Europas" bezeichnet. (mit AFP)

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