Von Twitter gesperrt: AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Foto: John MACDOUGALL/AFP
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Storchs islamfeindlicher Tweet Vorsicht, sonst ist Hetze irgendwann normal

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Beatrix von Storch sendet einen islamfeindlichen Tweet. Die AfD testet wieder die Grenzen des Sagbaren - und könnte sie verschieben. Ein Kommentar.

Wenn die Kölner Polizei auf Arabisch eine Botschaft zu Silvester twittert, dann liegt für AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch nur eine Erklärung nahe – sie fragt auf Twitter: „Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“

Dass das soziale Netzwerk solche Tweets nichts toleriert, ist richtig. Man darf zwar das, was in der Silvesternacht vor zwei Jahren in Köln passiert ist, scharf verurteilen. Aber Beatrix von Storch unterstellt mit ihrem Tweet, dass alle arabisch sprechenden Männer „barbarisch“ seien. Und das ist Hetze. Das schürt Hass.

Die AfD testet schon lange die Grenzen dessen aus, was sagbar ist. Sie will sie erweitern und wird dabei immer schärfer in ihren Aussagen. Fraktionschefin Alice Weidel schrieb in einem „Solidaritätstweet“ gleich noch einmal von „marodierenden, grapschenden Migrantenmobs“.

Das Schlimme ist: Je öfter AfD-Funktionäre solche Dinge sagen, desto schneller setzt eine Normalisierung ein. Die Aufregung nutzt sich ab. Irgendwann wird es keinen Aufschrei mehr geben über Aussagen wie diese jüngste von Beatrix von Storch. Die Aufgabe ist nun, sich gegen die Gewöhnung zu stemmen. Sonst wird Hetze salonfähig.

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