Vor der Wahl galt Borut Pahor als klarer Favorit im Rennen um das slowenische Präsidentenamt. Jetzt muss er wohl in die Stichwahl. Foto: Jure Makovec/AFP
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Slowenische Präsidentenwahl Amtsinhaber Pahor muss wohl in die Stichwahl

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Alle Umfragen sahen Sloweniens Präsident Pahor bereits klar wiedergewählt. Jetzt muss er wohl in die Stichwahl. Nur 41 Prozent gingen zur Wahl.

Sloweniens seit fünf Jahren amtierendes Staatsoberhaupt Borut Pahor hat die Präsidentenwahl am Sonntag klar gewonnen. Weil Pahor jedoch die erwartete absolute Mehrheit wohl verfehlt, muss er in drei Wochen erneut in einer Stichwahl antreten. Auf Pahor entfielen gut 47 Prozent der abgegebenen Stimmen, teilte die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 90 Prozent aller Stimmzettel mit. Sein Herausforderer ist der Bürgermeister der Kleinstadt Kamnik, Marjan Sarec, der knapp 25 Prozent errang.

Der 53-jährige Amtsinhaber, der als Sozialdemokrat zwischen 2008 und 2012 schon Regierungschef des kleinen Alpen-Adria-Landes war, trifft auf den Journalisten und Schauspieler Sarec, der als unabhängiger Kandidat noch neu auf der politischen Bühne ist. Er war angetreten, um das seit zweieinhalb Jahrzehnte festgefügte Politspektrum des Euro- und Schengenstaates Slowenien aufzubrechen.

Pahor gilt in der voraussichtlichen Stichwahl einmal mehr als großer Favorit. Allerdings hatten heimische Medien ihm angelastet, seinen Wahlkampf ohne echte politische Themen „trivialisiert“ zu haben. Pahor war über 700 Kilometer durch das kleine Land gewandert, um zu den Bürgern einen direkten Kontakt aufzubauen.

Die Wähler zeigten sich weitgehend uninteressiert. Während vor fünf Jahren noch 48 Prozent der 1,7 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben hatten, waren es am Sonntag nach vorläufigen Angaben nur 41 Prozent. (dpa)

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