Blick in den Kühlschrank: Die eigenen Sinne können helfen, zu beurteilen, ob Lebensmittel noch genießbar sind - oder nicht. Foto: Marius Becker/ dpa
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Riechen, schmecken, wegwerfen

Julia Beil
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Viele Produkte sind viel länger haltbar, als auf der Packung angegeben wird. Sind die eigenen Sinne womöglich ein besserer Ratgeber?

Neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt es einen zweiten Maßstab, was die Haltbarkeit von Lebensmitteln angeht: die eigenen Sinne. Hat sich ein Nahrungsmittel verfärbt? Schimmelt es? Riecht es merkwürdig? In all diesen Fällen rät die Verbraucherzentrale Hamburg zur Vorsicht; im Zweifelsfall sollte das betreffende Lebensmittel lieber entsorgt werden, heißt es in einem Merkblatt.

Konserven: oft noch Jahre nach Ablauf des MHD haltbar

Unterschiedliche Lebensmittel haben unterschiedliche "Lebenszeiten". Nudeln und Reis zum Beispiel können bis zu einem Jahr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums aufbewahrt werden – wenn sie kühl und trocken, also möglichst nicht in der Nähe des warmen Herds, gelagert werden. Ebenfalls sehr "langlebig" sind Konserven. Solange sich ihr Deckel nicht wölbt oder eine Dose beschädigt ist, ist ihr Inhalt oft noch zwei oder drei Jahre nach Ablauf des aufgedruckten Ablaufdatums genießbar. Gleiches gilt für Mehl. Es sollte lediglich in einem Gefäß gelagert werden, das es sicher vor Ungeziefer verschließt.

Was ist mit Brot, Eiern und Milchprodukten?

Wie verhält es sich bei Brot? Abgepackt ist auch das in der Regel noch über das Fälligkeitsdatum hinaus genießbar. Sobald sich an einer Stelle aber Schimmel gebildet hat, sollte der ganze Laib entsorgt werden: Die Gifte aus dem Stoffwechsel der Schimmelpilze könnten sich schon im ganzen Brot verteilt haben.
Eier, heißt es im Merkblatt weiter, sind normalerweise noch mindestens zwei Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essbar. Auch Milchprodukte halten sich mehrere Tage darüber hinaus. Vorsicht gilt allerdings bei H-Milch: Sie wird nicht sauer, wenn sie schlecht ist. Ist sie verdorben, ist das also nicht gleich offensichtlich erkennbar.

Je fetter das Fleisch, umso schneller verdirbt es

Ein Indikator für die Haltbarkeit von Fleisch ist sein Fettgehalt. Je mehr Fett enthalten ist, umso schneller kann es verderben. Denn: Fett kann ranzig werden. Schweinefleisch kann im Kühlschrank zwei bis drei Tage gelagert werden, Rindfleisch drei bis vier Tage. Die optimale Temperatur für Letzteres liegt bei zwei Grad – viele Kühlschränke seien aber auf höhere Temperaturen eingestellt, warnen die Hamburger Verbraucherschützer.
Bei manchen Getränken lässt sich über den Sinn einer Kennzeichnung mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum streiten. Mineralwasser zum Beispiel hält sich bis zu ein Jahr nach dessen Ablauf. Gleiches gilt für Säfte in Glasflaschen; sind sie in Plastikflaschen abgefüllt, können sie bis zu acht Monate darüber hinaus bedenkenlos konsumiert werden.

Einhaltung der Kühlkette ist ausschlaggebend

Die Einhaltung der Kühlkette ist bei Tiefkühlprodukten der ausschlaggebende Aspekt. Riecht ein Lebensmittel merkwürdig oder haben sich bereits Eiskristalle gebildet, ist das ein Zeichen dafür, dass es schon einmal angetaut war. Zwar schützt die Aufbewahrung in der Gefriertruhe Lebensmittel länger vor dem Verderben; je länger sie allerdings darin gelagert werden, umso mehr Vitamine gehen auch verloren.

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