Das Flugabwehrraketensystem Meads. Foto: MEADS International/dpa
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Nachfolger für Patriot-Raketen Verteidigungsministerium entscheidet sich für Meads-System

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Das Bundesverteidigungsministerium hat sich für das Meads-System als Flugabwehrraketensystem entschieden, das die alten Patriot-Raketen ablösen soll. Die Opposition kritisiert den Schritt scharf.

Das Bundesverteidigungsministerium hat sich einem Bericht zufolge auf ein neues Flugabwehrraketen-System festgelegt. Wie die ARD berichtete, fiel die Entscheidung des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Volker Wieker, auf das Meads-System. Der CSU-Politiker und Sicherheitsexperte Florian Hahn bestätigte dem Sender demnach den Vorgang. Die Fachpolitiker der Koalition waren am Montagabend vom Verteidigungsministerium über den Schritt informiert worden. Das Meads-System (Medium Extended Air Defense System) soll das Flugabwehrraketen-System Patriot ersetzen. Die Anbieter der beiden Systeme hatten sich in den vergangenen Monaten einen Bieterkampf geliefert.

Die ARD zitierte Ministeriumskreise mit den Worten, Meads sei favorisiert, weil es im Vergleich zu Patriot ein neues, ausbaubares System mit einer neuen Softwarearchitektur sei. Nach einer Beschaffung hätte die Bundeswehr die Rechte an der Software.
Darüber hinaus verfüge Meads über ein 360-Grad-Radar, wodurch mehrere simultan ablaufende Raketenangriffe abgewehrt werden könnten, hieß es demnach im Ministerium.

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Die voraussichtlichen Kosten für eine Beschaffung könnten bei rund vier Milliarden Euro liegen, berichtete die ARD weiter. Die Meads-Entwicklung hat bereits bisher vier Milliarden Euro gekostet. Das Meads-System wird gemeinsam von dem deutsch-italienischen Rüstungskonzern MBDA und dem US-Konzern Lockheed Martin entwickelt. Das Nachsehen hätte damit der Patriot-Hersteller Raytheon, der mit einer weiterentwickelten Variante seines Systems im Rennen war. Das Meads-System war in den USA nicht unumstritten.

Die Opposition kritisierte die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit Meads scharf. „Das Rüstungsabenteuer Meads droht zum nächsten Milliardengrab zu werden“, sagte die Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Statt eine kluge Sicherheitspolitik zu verfolgen, arbeitet Ursula von der Leyen lieber die Wunschzettel der Rüstungsindustrie ab.“ Der Linke-Verteidigungsexperte Alexander Neu forderte von der Leyen auf, zunächst ein Luftverteidigungskonzept vorzulegen. „Was soll Meads, wenn es ein solches Konzept noch nicht gibt?“, sagte er der dpa. „Wir haben es mit einem System zu tun, dessen Leistungsmerkmale bislang nicht ausreichend vorhanden sind, und dessen Preis hoch ist.“ (AFP/dpa)

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