Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: dpap

Istanbul Türkei nimmt festgenommenen Deutschen in U-Haft

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Anfang September wurde ein deutsches Paar in Istanbul verhaftet. Während die Frau wieder gehen durfte, wurde der Mann nun aus dem Gewahrsam in U-Haft überführt.

Wenige Tage nach seiner Festnahme in der Türkei sitzt nun ein weiterer deutscher Staatsbürger in Untersuchungshaft. Der Betroffene sei am 15. September aus dem Polizeigewahrsam in U-Haft überführt worden, berichtete ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Das Generalkonsulat habe einen dringenden Besuchstermin bei dem Gefangenen beantragt, warte aber noch auf Genehmigung. Eine Anklageschrift liege bisher nicht vor.

Der Mann war gemeinsam mit seiner Frau am 10. September in Istanbul in Polizeigewahrsam genommen worden. Das Ehepaar ist türkischer Abstammung. Die Frau ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, die Regierung werde alles tun, um den in der Türkei inhaftierten deutschen Staatsbürgern zu helfen und konsularische Betreuung zu leisten.

Derzeit befinden sich mehrere Deutsche wegen des Verdachts politischer Straftaten in türkischer Haft, etwa wegen mutmaßlicher Unterstützung von Terroristen oder Putschisten. Darunter sind der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner. Die Inhaftierungen sorgen - neben anderen Streitpunkten - für schwere Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, der Generalkonsul in Istanbul habe Yücel am Dienstag in der Haft besucht. Das Gespräch habe mehr als eine Stunde gedauert, es sei intensiv und gut gewesen. Eine Mitarbeiterin des Generalkonsulats habe am Mittwoch zudem mit Steudtner sprechen können. Beiden gehe es den Umständen entsprechend gut. (dpa)

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