Sigmar Gabriel (l, SPD), Vizekanzler und Bundesaußenminister, begrüßt Frankreichs neuen Präsidenten Emmanuel Macron. Florian Gaertner/Bundesregierung/photothek.net/dpa
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Casdorffs Agenda Der Bilder-Wahlkampf des Sigmar Gabriel

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Sigmar Gabriel ist der wohl politischste Außenminister seit Altmeister Hans-Dietrich Genscher. In der Beliebtheitsskala hat er sich vor SPD-Kanzlerkandidat Schulz geschoben. Ein Kommentar.

Er führt einen Wahlkampf mit Bildern: Sigmar Gabriel. Der Außenminister holt den neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron vom Flughafen ab - und verschickt danach ein beziehungsreiches Bild mit dem Titel "Zwei alte Freunde treffen sich". Reist er in die USA, besucht er anspielungsreich die Aufklärer von der Washington Post und lässt sich dabei abbilden. Die Botschaft ist klar: Distanz zu Trump.

Trifft Gabriel dann zum wiederholten Mal, so oft wie kein anderer Außenminister, den US-Kollegen Rex Tillerson, kann das auch nicht schaden. Überhaupt macht ihn die politische Großlage - Syrien, Russland, die Türkei mit der Incirlik-Krise - zu einem gefragten Mann. Das ist Gabriels neue Chance. Nutzen will er sie als der politischste Außenminister seit Altmeister Hans-Dietrich Genscher.

Auf diese Weise hat sich der Sozialdemokrat in der Beliebtheitsskala weit nach vorne geschoben, vor SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Der gibt gerade kein so gutes Bild ab. Merke: Als Außenminister lässt sich ziemlich gut Wahlkampf machen. Jeder Auftritt in der Welt gibt ja mindestens ein Bild her.

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