Sollte es den Euro für alle EU-Mitgliedsstaaten geben? Foto: dpap

Casdorffs Agenda Den Euro für alle einführen? Ja, aber ...

Stephan-Andreas Casdorff
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EU-Kommissionschef Juncker will den Euro für alle einführen. Die Vorbehalte sind groß und plötzlich spielt Europa eine Rolle im deutschen Wahlkampf. Ein Kommentar.

Obacht, Sturm im Anzug! Das ist das Ergebnis der Juncker-Rede "Wir haben den Wind in unseren Segeln" zur Lage Europas vor dem EU-Parlament. Ja, den Euro für alle einzuführen, ist Rechtslage. Aber die Lage in den Mitgliedsstaaten der Währungsunion ist eine andere. Wo schon der Austritt Griechenlands gefordert worden ist.

Wegen der Vorbehalte haben nur 19 von jetzt noch 28 Staaten den Euro. Das wirtschaftliche Gefälle in Europa zu Neu-Mitgliedern wie Bulgarien und Rumänien ist vielen zu groß. Da mag sich Juncker noch so sehr mit Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron beraten haben - ob er gut beraten war, das in den deutschen Wahlkampf hinein zu sagen, ist nicht sicher.

Europa hat im Bundestagswahlkampf bisher keine Rolle gespielt. Jetzt schon. Und wer da zu viel fordert, der bekommt Wind von rechts. Noch zehn Tage.

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