Am 24. September wählen die Deutschen den neuen Bundestag. Foto: Ralph Peters/Imago
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Bundestagswahl 10 Probleme, die jede Regierung anpacken muss
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Einbrecher

Einbrecher unterminieren das Sicherheitsgefühl. Foto: dpa
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7. Wenn die Wohnung nicht mehr sicher ist

Die Tür ist aufgebrochen, die Schubladen zerwühlt, der Schmuck fehlt: 151.000 Mal wurde in Deutschland im vergangenen Jahr eingebrochen. Das ist zwar ein Rückgang zum Vorjahr, doch auf lange Sicht hat sich die Situation verschlechtert. 2006 gab es nur rund 106.000 Einbrüche – seitdem also ein Anstieg um 30 Prozent.

Die Politik hat das Problem durchaus erkannt: Werde in die eigene Wohnung eingebrochen, könne das ernste psychische Folgen haben, sagte Justizminister Heiko Maas (SPD). Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode wollte die große Koalition deshalb ein Zeichen setzen: mit einem Gesetz, das deutlich höhere Strafen für Wohnungseinbrüche vorsieht als bisher und die Nutzung der Vorratsdatenspeicherung zur Aufklärung erlaubt.

Doch vor allem die höheren Strafen dürften sich als relativ nutzlos erweisen. Zum einen zeigte eine qualitative Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, dass sich umherreisende oder aus dem Ausland stammende Täter überhaupt nicht für das Strafmaß interessieren. Und sie sind eine der größten Tätergruppen: Das Innenministerium führt den Anstieg bei den Einbruchsdelikten vor allem auf die Aktivitäten von Einbrecherbanden aus Osteuropa zurück.

Dazu kommt, dass die Aufklärungsquote bei Einbrüchen so niedrig ist wie bei wenigen anderen Delikten. Sie liegt bundesweit bei 16,9 Prozent. Am Ende werden laut einer weiteren Studie des Kriminologischen Instituts nicht einmal drei Prozent aller Einbrecher verurteilt.

Die CDU verspricht, die Zahl der Polizisten in Bund und Ländern noch einmal um 15.000 zu erhöhen. Eine Aufstockung in der selben Höhe sagt die SPD zu. Die Grünen setzen auf wirksame Maßnahmen zur Einbruchsprävention „statt auf symbolische Strafverschärfungen“. Die Linke plädiert dafür, durch eine umfassende Aufgabenkritik Polizei von sinnlosen Arbeiten zu befreien.

Die FDP fordert die kontrollierte Freigabe von Cannabis, damit die Polizei mehr Zeit hat, Einbrüche zu verfolgen. Und die AfD will verbesserte Fahndungsmethoden – um zum Beispiel bei unbekannten Tätern DNA-Spurenmaterial auf „biogeografische Merkmale der gesuchten Person untersuchen zu lassen“.

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