Die Berliner Vertretung des Freistaats Sachsen in der Brüderstraße. Foto: Kitty Kleist-Heinrichp

Asyl für Martin Dulig in Thüringen Ärger um Sachsen-Buch

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Sachsen bot in Berlin keinen Raum für die Vorstellung des Buches "Unter Sachsen" - nun wird es am 30. März in der Landesvertretung Thüringen vorgestellt.

Die sächsische Regierung wehrt sich gegen den Vorwurf, sie habe ihre Landesvertretung in Berlin wegen politischer Vorbehalte für die Vorstellung des Buches „Unter Sachsen“ nicht zur Verfügung gestellt. Der Sammelband – herausgegeben von der freien Journalistin Heike Kleffner und Tagesspiegel-Redakteur Matthias Meisner – beschäftigt sich mit Fremdenfeindlichkeit und rechter Gewalt im Freistaat.

Verleger Christoph Links vermutet, dass Sachsen aus Sorge um sein Image an der Vorstellung des Buches kein Interesse hatte. „Sachsen tut sich bekanntermaßen schwer mit den rechtsradikalen Aktivitäten“, sagte er „MDR Aktuell“. Ihm dränge sich der Eindruck auf, dass es in Sachsen keinen souveränen Umgang mit dem Problem gebe.

Die sächsische Landesregierung tritt diesem Vorwurf entgegen. Regierungssprecher Christian Hoose begründet die Absage mit der Budget-Planung. Diese sei für Veranstaltungen in der sächsischen Landesvertretung spätestens Anfang Dezember für das Folgejahr abgeschlossen. „Dadurch gab es zum Zeitpunkt der Anfrage durch den Verlag keine Möglichkeit mehr, weitere Lesungen in den Veranstaltungskalender für das Jahr 2017 aufzunehmen“, erklärte Hoose.

Der „Freien Presse“ hatte die sächsische Landesvertretung die Absage in der vergangenen Woche noch anders erklärt. Der Verlag habe als einzigen Termin den 30. März vorgeschlagen, den Tag vor der Bundesratssitzung. Zu einem solchen Zeitpunkt fänden nie Veranstaltungen in der Landesvertretung statt.

Beide Begründungen decken sich nicht mit der, die der Verlag offenbar bekam. Laut Verleger Links habe man sich schon Mitte Dezember um einen Termin bemüht und auf mehrfache Nachfrage Anfang Februar die Antwort bekommen, dass „die Veranstaltung nicht in die Planung passe und kein Interesse an einer Buchvorstellung dieser Art bestünde“. Auch einzelne sächsische CDU-Politiker konnte der Verlag trotz zahlreicher Anfragen nicht gewinnen.

Nun werden der sächsische Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) und die Linken-Chefin Katja Kipping auf dem Podium sitzen und über das Buch diskutieren. Aus dem Buch lesen werden Michael Bittner und Imran Ayata. Auch ein Veranstaltungsort hat sich gefunden: die Landesvertretung Thüringen. (Tsp)

Das Buch "Unter Sachsen" ist seit Mitte März im Handel. Foto: Ch. Links Verlagp

Buchvorstellung „Unter Sachsen“: 30. März, 19 Uhr, Landesvertretung Thüringen, Mohrenstraße 64, 10117 Berlin.

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