Maria Furtwängler Foto: dpap

PORTRÄT: Maria Furtwängler Maria Furtwängler kritisiert Umgang mit Frauen im Fernsehen

Markus Ehrenberg
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Schauspielerin Maria Furtwängler hat den Umgang mit Frauen im deutschen Fernsehen kritisiert. Sich selber kann sie dabei weniger gemeint haben.

„Generell gibt es weniger weibliche Hauptfiguren als männliche“, sagte die 50-Jährige dem „Spiegel“. „Eine Form von Missachtung ist auch, dass ältere Frauen so gut wie gar nicht vorkommen, die verschwinden irgendwo im TV-Bermudadreieck.“ Sie könne „gerade mal eine Handvoll Schauspielerinnen in meinem Alter nennen, die noch gut zu tun haben. Eine Handvoll!“

Sich selber kann die Tochter der Schauspielerin Kathrin Ackermann und des Architekten Bernhard Furtwängler nicht gemeint haben. Maria Furtwängler hat recht gut zu tun. Seit 2002 taucht die promovierte Ärztin als Hannoveraner Kommissarin für den NDR regelmäßig am Sonntagabend in der ARD-Primetime auf, holt damit die besten Quoten.

Daneben Hauptrollen in großen TV-Movies zum Thema jüngere Zeitgeschichte wie dem Zweiteiler „Die Flucht“ oder „Schicksalsjahre“. Zuletzt wagte sie mit dem Stück „Alles muss glänzen“ in Berlin den Sprung auf die Bühne, am Theater am Kurfürstendamm.

Dreh- und Angelpunkt ihrer Karriere ist aber – die LKA-Fahnderin Charlotte Lindholm. Im Umgang mit Drehbuchautoren sei sie anfangs recht harsch gewesen. „Ich hatte echt einen Ruf weg am Anfang der ,Tatort’-Zeit. Nicht ganz zu Unrecht: Oft bin ich spitz geworden, hart und verletzend, weil ich das Gefühl hatte, ich werde nicht gehört. Das war nicht zuletzt ein Ausdruck von Hilflosigkeit.“

Als Kommissarin Lindholm wolle sie künftig fröhlicher werden. Vor den nächsten Dreharbeiten habe sie gesagt: „Leute, wenn die Frau in der Folge nicht drei-, viermal lacht, dann spiele ich nicht mit.“ Dieser Gefahr wird sich der NDR sicherlich nicht aussetzen wollen.

Andererseits, die Familie würde sich über weniger „Tatort“ freuen. Maria Furtwängler ist seit 1991 mit Verleger Hubert Burda verheiratet. Sie haben zwei Kinder. Dass die sozial stark engagierte Schauspielerin oft ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Kind habe, liege auch an ihr selbst: „Wenn Sie meine Kinder fragen, würden die wohl sagen, ich war zu viel abwesend.“

Vielleicht ist es aber auch ganz gut so, dass Maria Furtwängler viel zu tun hat. Im Interview mit dem Tagesspiegel sagte sie: „Ich bin jemand, der sich gut streiten kann, aber ich bin null nachtragend und bitte um Verzeihung. Dafür ist dieser Beruf gut: Schauspielerei ist der Kontrollverlust mit Genehmigung.“

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