Alles gesagt, Fans jubeln, Abgang Stefan Raab. Foto: dpap

Stefan Raab beim Start-up-Festival Bits & Pretzels Er wird vermisst

Alexandra Bakmaz dpa
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Bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte erklärt Stefan Raab die Gründe für seinen Erfolg. Seine Fans jubeln

Mit einem Moonwalk gleitet Stefan Raab über die Bühne. Es ist einer seiner seltenen öffentlichen Auftritte, die er beim Start-up-Festival Bits & Pretzels in München auf das Parkett legt. „Was'n hier los?“, fragt der Entertainer nach seiner Tanzeinlage am Sonntag das Publikum. „Und geht's gut?“ - als würde er einen alten Freund wiedersehen. Nach seinem Rückzug 2015 vom Bildschirm, machte sich die TV-Legende rar. Sein Auftritt vor rund 5000 jubelnden Event-Teilnehmern zeigt: Er wird vermisst.

Raab kann es immer noch. Seine Tipps zum Thema Unternehmensgründung sind alles andere als dröge. Ein Vortrag, ein bisschen wie „TV total“ früher. Statt hinter dem extra für ihn aufgestelltem Rednerpult steht der TV-Star, der auch Unternehmer ist, wie bei seiner früheren ProSieben-Erfolgsshow vor den Zuschauern und zeigt sich schlagfertig wie immer. „Ich werde die Rede auf Deutsch und nicht auf Englisch halten - das ist die erste Konsequenz aus dem Brexit“, witzelt er.

Es gibt sogar „Werbung“: „Ich komme vom Privatfernsehen“, erklärt sich Raab, kurz bevor er zu seinem Smartphone greift und mit alten Jingles von sich in die Pause schaltet. Raab kam in seinem typischen TV-Outfit: Hemd, Jeans und Turnschuhe. In all seinen Fernsehjahren hat es der Entertainer geschafft, diese einfache Kombi zu seinem Markenzeichen zu machen.

Berufswunsch: Musikproduzent

Raabs Rede ist die Geschichte seines Lebens. Sein Abitur habe er 1986 gemacht. „Mit 1,3 oder 3,1 - das weiß ich nicht mehr so genau.“ Nach einer Metzgerlehre, dem Bundeswehrdienst und ein paar Semestern Jura habe er entschieden: „Ich werde Musikproduzent.“

Als „MC Behämmert“ habe er in Zeiten von MC Hammer versucht, ins Musik-Business einzusteigen. „Ich brauchte eine gute Story“, sagt Raab, der damals von der Bank Geld für ein Tonstudio gewollt habe und dafür eben eine gute Geschichte gebraucht habe. Viel Glück habe er mit seinen Liedern - eines davon spielte er dem Publikum sogar vor - nicht beim „Bankbeamten“ gehabt.

Keine Angst vor Misserfolgen haben, man müsse auch aus dem Negativen das Positive ziehen, immer neugierig und hartnäckig bleiben, niemals den Enthusiasmus verlieren: Das sind die Tipps, die Raab den Gründern auf den Weg gibt. „Ich habe immer nur das gemacht, was ich auch gut finde“, sagt Raab.

Anfang des Jahres kommt die ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“, bei der es um neue Ideen oder Konzepte geht. Der Entertainer wird dafür aber nicht vor der Kamera stehen. Er ist der Produzent. Seine Erfolgs-Show „Schlag den Raab“ geht kommende Woche weiter - jetzt mit TV-Koch Steffen Henssler als „Schlag den Henssler“. Am 30. September soll es losgehen.

Nach seiner fast einstündigen Rede jubelt das Publikum. Am Ende erzählt Raab noch, was das Lustigste in seiner Karriere gewesen sei: Dass MC Behämmert, der in den 90er Jahren keinen Kredit für ein Tonstudio bekam, Jahrzehnte später das sogenannte Kanzlerduell mitmoderiert habe.

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