Mal mit, mal ohne Schnee - ein Mysterium im neuen Schwarzwald-"Tatort". Foto: SWR/Johannes Krieg
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Solider Einstand Über neun Millionen Zuschauer sehen Schwarzwald-"Tatort"

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Der erste Schwarzwald-"Tatort" des SWR erzielt zwar keine überragende, aber immerhin ein solide Quote. Die Reaktionen aus dem TV-Publikum fallen gemischt aus.

Das größte Probleme hatten viele ARD-Zuschauer am Sonntagabend bei der Premiere des Schwarzwald-"Tatort" mit dem Schnee. Am Tag des tödlichen Schusses auf das elfjährige Mädchen war der Ort Goldbach noch winterlich weiß gekleidet, am nächsten Tag war davon jedoch nichts mehr zu sehen. "Wie konnte der Schnee innerhalb eines Tages restlos verschwinden. Ein Mysterium im #Tatort", merkte ein Zuschauer auf Twitter an, "was für ein Wetterumschwung", stellten auch andere Krimifans an diesem Abend fest. Insgesamt jedoch kam die nüchterne Art der beiden jüngsten TV-Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) jedoch beim Fernsehpublikum gut an. "Endlich mal Kommissare, die einfach nur simple Polizeiarbeit machen und keine anderen Wehwehchen haben. Kann so weitergehen", urteilte eine Twitter-Userin. Diese wohlwollende Betrachtung spiegelt sich in der TV-Quote: Mit 9,13 Millionen Zuschauern fuhr der ARD-Krimi am Sonntagabend den Tagessieg ein, auch wenn die 10-Millionen-Marke unterboten wurde.

Die Fälle stehen im Vordergrund

Die strikte Konzentration auf die Fälle wird sich jedoch nicht halten. Beim Premieren-„Tatort“ sei bewusst wenig erzählt worden. Dies werde sich mit der Zeit ändern, sagte Regisseur Robert Thalheim zu dpa. Die Kriminalfälle stünden jedoch auch weiterhin im Vordergrund. Die Figuren werden weiterentwickelt, die beiden Hauptdarsteller arbeiten bereits an neuen Fällen, sagte Thalheim weiter. Einzig die internen Konflikte mit ihrer Chefin Cornelia Harms (Steffi Kühnert) hätten so auch zu jedem anderen "Tatort" gepasst. Als Leiter der Mordkommission war übrigens zunächst Harald Schmidt vorgesehen, der hatte jedoch kurz vor Drehbeginn abgesagt. Im Nachhinein vermutlich eine gute Entscheidung. Eine Figur wie der von Martin Brambach im Leipziger "Tatort" dargestellte skurrile Dienststellenleiter hätte zu diesem Fall schlecht gepasst.

Auch der echten Polizei hat die Herangehensweise der Kommissare in der ersten Folge gut gefallen. „Sie würden auch im wirklichen Leben gut zu uns passen“, sagte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier. Schön sei ihre große Realitätsnähe: „Ich werde von Verwandten und Bekannten immer mal wieder gefragt, ob wir auch Ermittler haben, die normal sind, die also keine psychischen Probleme oder zerrüttete Ehen haben und das bei der Arbeit mit sich rumschleppen.“ Die Schilderung privater Probleme habe im „Tatort“ etwas überhand genommen, meinte Egetemaier: „Das ist sehr wohltuend, dass sich die beiden neuen Ermittler zumindest im ersten Fall davon unterscheiden.“

Vom Schwarzwald-"Tatort", der den Bodensee-"Tatort" mit Eva Mattes als Kommissarin Klara Blum abgelöst hat, soll künftig zweimal jährlich eine neue Folge ausgestrahlt werden. Für Heike Makatsch, die einmalig in einem „Tatort“-Special 2016 in Freiburg als Kommissarin zu sehen war, wird dem SWR zufolge nun ein anderer Ort gesucht. Die Dreharbeiten für die zweite Schwarzwald-Folge beginnen Mitte Oktober. Bei etwas mehr als zwanzig Drehtagen für einen "Tatort" kann es also im Verlauf der nächsten Folge durchaus wieder Schnee geben.

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