Wieder eins: Mehmet Scholl und die ARD Foto: picture alliance / dpa
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Mehmet Scholl und die ARD Eine halbe Versöhnung - mehr auch nicht

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Mehmet Scholl bleibt Fußballexperte der ARD. Seine Erklärung für den Abgang beim Confed Cup klingt nicht nach Einsicht

„Wir sind eins.“ Mit diesem Slogan werben die neun Landesrundfunkanstalten für ihren Senderverbund ARD. In dieses integrative Spannungsfeld gehört auch der Fußballexperte Mehmet Scholl. Er war Ende Juni nicht wie abgemacht bei den Halbfinalspielen als Experte an der Seite von Matthias Opdenhövel aufgetreten, weil er nach eigenen Angaben mit der begleitenden Doping-Berichterstattung nicht einverstanden war. Thomas Hitzlsperger war bei beiden Übertragungen als Experte aufgetreten.

Jetzt ist er wieder in die ARD-Familie aufgenommen, am kommenden Montag wird er bei der Live-Übertragung der DFB-Pokal-Partie Hansa Rostock gegen Hertha BSC die Expertise leisten. „Wir hatten eine Reihe von Gesprächen“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Dienstag der dpa. „Wir haben ganz klar abgesprochen, wie die Regularien sind.“ Die Redaktionen seien für den Inhalt zuständig, die Experten für die Meinung. Scholl „muss den Inhalt und die redaktionelle Hoheit akzeptieren.“ Scholl habe zugesagt, „dass das nicht wieder passieren wird“. Sein ARD-Vertrag läuft bis zur WM 2018 in Russland.

Ärger über den WDR und seine Doping-Redaktion

Zuvor hatte der 46-jährige Scholl seine Weigerung erklärt. Er habe damals zu einem geplanten Doping-Bericht gesagt: „Ich möchte, dass diese Story für diesen schönen Tag draußenbleibt. Da haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Da habe ich gesagt: Ich gehe. Und dann bin ich gegangen.“ Einsichtig klingt das nicht. „Immer, wenn ein gewisser Sender das Programm macht, fangen wir grundsätzlich mit negativen Storys an“, behauptete Scholl. In diesem Fall sei es eine „fünf Jahre alte Doping-Enthüllung“ gewesen. Er kritisierte damit „eine Redaktion, ich sage nicht welche“. Dass es sich dabei um den WDR handelt, ist kein Geheimnis. Die Doping-Story habe „überhaupt keine Relevanz“ gehabt, betonte Scholl. Konkret war es vor den Halbfinalspielen beim Confed Cup um einen Bericht über Doping in der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM vor drei Jahren gegangen. Joachim Huber

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