Der Screenshot vom 14.01.2018 zeigt den gehackten Twitteraccount von Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Foto: dpa
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Klaus Brinkbäumer Erdogan-Anhänger entert Twitter-Kanal des "Spiegel"-Chefs

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"Spiegel"-Chefredakteur Brinkbäumer hat Details zur Übernahme seines Twitter-Accounts veröffentlicht. Demnach hatte er einen Link eines vermeintlichen Informanten angeklickt.

Der Chefredakteur des "Spiegel", Klaus Brinkbäumer, ist Opfer von Hackern geworden. Am Sonntag erklärte er, dass er versucht habe, einen Link zu öffnen, der ihm vermeintlich von einem langjährigen Informanten aus Washington D.C. zugeschickt worden war. Dieser Link führte offenbar dazu, dass Hacker die Kontrolle über Brinkbäumers Twitter-Account übernahmen.

Bis etwa 1 Uhr in der Nacht auf Sonntag war auf Brinkbäumers Account als angehefteter Tweet eine Türkei-Flagge und ein Bild des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu sehen. Dazu war etwa zwei Stunden lang ein türkischsprachiger Schriftzug mit offenbar einer deutschen Übersetzung in Klammern zu lesen: „Aufgrund der schlechten Nachrichten die wir bisher über die Türkei und Recep Tayyip Erdogan berichtet und veröffentlicht haben, möchten wir uns entschuldigen.“ Der Account-Name @brinkbaeumer wurde zudem umbenannt in @brinkbaeumerTR.

Kurze Zeit später war der geänderte Account nicht mehr zu erreichen. Der „Spiegel“ schrieb auf dem Twitter-Kanal des Magazins um 00.53 Uhr zunächst: „Der Account unseres Chefredakteurs Klaus Brinkbäumer wurde gehackt, der neueste Tweet über Erdogan sowie das Titelbild sind nicht von ihm. Wir kümmern uns.“ Eine halbe Stunde später hieß es: „Wir haben den Account bereinigt und wieder unter Kontrolle. Danke für die vielen Hinweise und gute Nacht.“

In seinem Tweet vom Sonntag ging Brinkbäumer nicht weiter auf die Täter hinter der Attacke ein, distanzierte sich aber von der "Erdogan-Propaganda", mit der er nichts zu tun habe. (mit dpa)

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