Umstrittener Song "Marionetten". Xavier Naidoo auf einem Archivbild. Foto: dpap

Geplante Nena-Show im FernsehenZDF will weiter mit Firma von Xavier Naidoo zusammenarbeiten

von Kurt Sagatz3 Kommentare

Während zwei ARD-Radiowellen nach dem umstrittenen Song "Marionetten" die Kooperation beendet haben, will das ZDF eine Show weiterhin produzieren lassen. Auch Thomas Gottschalk hat damit kein Problem.

Es soll eine Show zu Ehren der Künstlerin Nena werden. Als Moderator wurde Ex-"Wetten, dass ..?"-Entertainer Thomas Gottschalk verpflichtet. Doch die Sendung, die das ZDF im Laufe dieses Jahres übertragen will, hat ein Problem. Es heißt Xavier Naidoo, der wegen des Songs "Marionetten" derzeit in der Kritik steht.

Als Produzent der Nena-Show hat der Mainzer Sender das Mannheimer Unternehmen Herr!Media verpflichtet. Zu den Gesellschaftern gehört die Firma Söhne Mannheims GmbH, und somit auch Xavier Naidoo. Doch während die beiden ARD-Radiowellen NDR 2 und Bremen Vier ihre Kooperation mit dem Musiker gestoppt haben, will das ZDF an der Zusammenarbeit festhalten, wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe einer Vorabmeldung zufolge berichten wird.

Das ZDF trennt in seiner Begründung zwischen dem Sänger und dem Unternehmen. Herr!Media sei "auf Musikproduktionen und Musikdokumentationen spezialisiert", teilte der Sender dem Hamburger Nachrichtenmagazin mit. Auch Thomas Gottschalk will bei seiner Zusage bleiben: „Nena und Naidoo sind für mich zwei Paar völlig verschiedene Stiefel.“

Naidoo hat in seinem Song "Marionetten" Politiker als "Volks-in-die-Fresse-Vertreter" beschimpft. Die Zeilen „Wenn ich so einen in die Finger krieg', dann reiß' ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragrafen und Gesetzen“ wurden zudem als Aufruf zu Gewalt gegen Politiker gewertet. Besonders scharf wurde Naidoo von Satiriker Jan Böhmermann angegangen. Naidoo erklärte später, dass einige Beschreibungen möglicherweise missverständlich gewesen seien.

Die Band Söhne Mannheims und Naidoo erklärten nach einem Treffen mit der Stadtspitze von Mannheim, sie stünden „für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht“. Allerdings hätten momentan viele Menschen zumindest das Gefühl, dass sie nicht mehr mitgenommen werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik“. Das sei gefährlich und könne zu Extremismus führen, der nie gut sei. Bereits zuvor war Naidoo mit Äußerungen angeeckt, der NDR zog ihn 2015 als ESC-Kandidaten zurück.