Gerne mit Durchblick: Ex-ARD-Journalist Ulrich Wickert wird 75. Foto: dpa Foto: dpa
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Geburtstag von Ulrich Wickert Der Erklärbär wird 75

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Der Ex-„Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert hat sich seine Neugier bewahrt. Auch beim Thema Käse.

Wenn es Ulrich Wickert zu viel wird, dann reist er in sein Ferienhaus nach Südfrankreich. Dort, das sagte er einmal, sei er dann nur für sich. Lesen, aufs Meer blicken, träumen. Stoff für Träumereien hat der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator genug: Geburt in Tokio, Kindheit in Heidelberg, Jugend in Paris.

Das Kosmopolitische umgibt den Diplomatensohn Wickert von Anfang an. Zwar schreibt er schon als 14-Jähriger für die Kinderseite der „Rhein-Neckar-Zeitung“ über den Eiffelturm, doch eigentlich möchte er wie sein Vater Erwin Wickert Diplomat werden.

Anfangs ohne journalistische Ambitionen

Zufällig bekommt er eine Stelle im WDR-Fernsehmagazin „Monitor“. Journalistische Ambitionen habe er dort nicht gehabt, sagte er dem Tagesspiegel vor einigen Jahren. Nur „auf einen ordentlichen Beruf“ habe er gewartet. Doch der sei nie gekommen.

In den 70ern wird Wickert einer der bekanntesten TV-Journalisten Deutschlands, berichtet für die ARD aus Paris, Washington und New York. 1991 folgt er Hanns Joachim Friedrichs als „Tagesthemen“-Anchor und bleibt es bis 2006. Sein Markenzeichen wird der Abschiedsgruß.

Abend für Abend verabschiedet er sich von seinen Zuschauern mit den Worten: „einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht“. Das soll bei allen Irrungen und Wirrungen des Tages beruhigen.

Ein Herz für Frankreich

Nach seinem Ausstieg bei den „Tagesthemen“ schreibt Wickert Krimis und Sachbücher („Der Ehrliche ist der Dumme“), kümmert sich um die Zwillinge, die er mit seiner Frau, der G+J-Managerin Julia Jäckel hat, tourt durch Talks und Lesungen. Wickert bleibt, was er als aktiver Journalist war: Welterklärer.

Sein Herz aber, das betont er immer wieder, gehöre Frankreich. Weil dort die Bistros zum Zeitunglesen früher aufmachen würden als die Hamburger Cafés. Und wegen des Käses. Von selbigem hatte er keinen Schimmer und traute sich nicht einmal in einen Käseladen um die Ecke, wie er gern erzählt.

Doch Wickert löste das Problem auf seine Weise: Er interviewte den Ladenbesitzer, sie wurden Freunde. Inzwischen ist er Ehrenmitglied der französischen Käse-Gilde. Am heutigen Samstag feiert Ulrich Wickert seinen 75. Geburtstag.

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