Nebeneinander wird übereinander. Bild.de-Chef Julian Reichelt übernimmt redaktionelle Gesamtverantwortung in der "Bild"-Gruppe. Foto: Andreas Thelen BILDp

"Bild"-Gruppe Reichelt goes Diekmann

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Bild.de-Chef Julian Reichelt wird Vorsitzender der Chefredaktionen in der „Bild“-Gruppe. Der Herausgeber-Posten wird abgeschafft.

Julian Reichelt, bisher Chefredakteur bei Bild.de, rückt bei Springer dem Himmel etwas näher und wird Vorsitzender der Chefredaktionen der „Bild“-Gruppe. Deutlich beschnitten ist damit die Rolle von Tanit Koch (39), die im Januar 2016 überraschend Nachfolgerin von Diekmann bei der gedruckten „Bild" wurde. Dritte im Bunde ist Marion Horn (51), die Chefredakteurin „Bild am Sonntag“ bleibt, aber statt mit Kai Diekmann jetzt mit Julian Reichelt als Vorgesetztem klarkommen muss. Einen neuen Herausgeber nach Kai Diekmanns Abgang Ende Januar soll es nicht geben.

In seiner übergeordneten redaktionellen Gesamtverantwortung für die „Bild“-Gruppe wird sich der 36-jährige Reichelt darum kümmern, dass die Marke „aus einer Hand geführt wird“, wie es in einer Springer-Pressemitteilung heißt. Er verantwortet Strategie, Personalpolitik und das Zusammenspiel von Print und Digital. „Der Erfolg von ,Bild‘ als multimedialer Marke basiert ganz wesentlich auf der Überzeugung, dass Print und Digital ihre eigenen Stärken selbstbewusst ausspielen und gleichzeitig stets eng verzahnt arbeiten – sowohl bei der publizistischen Ausrichtung als auch hinsichtlich der Arbeitsabläufe“, sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner.

Marion Horn werde ihren sehr erfolgreichen Kurs fortsetzen, eine leidenschaftliche Sonntagszeitung zu gestalten, die mehr und anders ist als die siebte Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Tanit Koch werde „Bild“ als Leitmedium so engagiert positionieren wie bisher. In der Redaktionskonferenz betonte der Springer-Chef, dass „Bild“ trotz aller immer wieder nötigen Sparmaßnahmen ganz und gar in einem Angriffs- und Investitionsmodus sei.

Seit 2002 bei Axel Springer arbeitete Julian Reichelt zunächst im Nachrichtenressort von „Bild“, wo er sich auch durch seine Berichte aus Krisengebieten profilierte. 2007 wurde er „Bild“-Chefreporter, 2014 Chefredakteur von Bild Digital. Anders als Tanit Koch und Marion Horn streitet Julian Reichelt gerne öffentlich und mit seinem Talent zur Zuspitzung für die Positionen der „Bild“ (und seine eigenen). Er scheut auch vor der großen Emotion nicht zurück, was sich bei seiner Ansprache vor den Redaktionen im Springer-Haus zeigte: „Wenn wir Erfolg haben, wird das immer euer Erfolg sein, und wenn wir Fehler machen, dann werden das immer meine Fehler sein.“

Springer hatte am Montag noch weitere Personalien parat. Neue Chefredakteurin der „B.Z.“ wird Miriam Krekel. Die 39-Jährige war bislang Stellvertreterin von Chefredakteur Peter Huth (47), der wiederum Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ wird und Stellvertreter des Chefredakteurs von „WeltN24“, Ulf Poschardt (49). Beat Balzli, bisher stellvertretender Chefredakteur von „WeltN24“, wechselt als Chefredakteur zur „Wirtschaftswoche“.

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