Fremde Welten: Die Netflix-Serie „Marco Polo“ entführt den Zuschauer in das China des 13. Jahrhunderts und an den Hof von Kublai Khan. Im Juli startet Staffel zwei. Foto: Netflixp

Amazon, Netflix, Sky, Watchever Der Sommer der Serien

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Neues statt Wiederholungen: „Marco Polo“, „Lucifer“ und „Wayward Pines“ starten in den nächsten Wochen bei den Online-Streamingdiensten. Das erfreut Binge-Watcher ebenso wie Genießer.

Wie in allen Lebenslagen gibt es auch beim Fernsehen Feinschmecker und Nimmersatte. Der Online-Streamingdienst Netflix hat untersucht, in welchem Tempo seine Nutzer neue Serien ansehen – also ob sie neue Staffeln in einem Rutsch schauen und somit das sogenannte „Binge Watching“ vorziehen. Oder ob sie lieber nur eine oder zwei Episoden am Stück ansehen, um möglichst alle Feinheiten und Details zu genießen. Dieses gemächlichere Tempo wird – so zeigt es die Auswertung – insbesondere bei komplexeren Themen bevorzugt, zum Beispiel bei politischen Dramen wie „House of Cards“ oder bei historischen Dramen wie über den Drogenbaron Pablo Escobar in „Narcos“. Dagegen machen Science-Fiction-Serien wie „Sense8“ oder Horror-Staffeln von „The Walking Dead“ eher süchtig. Hier kennen die Fans kein Halten mehr. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass überhaupt neue Serien zur Verfügung stehen und nicht wie im klassischen Fernsehen das Sommer-Wiederholungsprogramm läuft.

Zu den Sommer-Highlights von Netflix gehört die zweite Staffel der Drama-Serie „Marco Polo“ über die Abenteuer des Entdeckers am Hofe von Kublai Khan. Die zehnteilige Serie mit Lorenzo Richelmy in der Hauptrolle steht vom 1. Juli an bereit und gehört vermutlich eher in die Kategorie Binge-Watch. Am 15. Juli startet die Mystery-Serie „Stranger Things“, die in den 1980ern spielt und in der es um Top-Secret-Experimente der US-Regierung geht.

In der Streaming-Abteilung des Pay-TV-Senders Sky kommen die Freunde des Binge-Watching in diesen Wochen eher unabsichtlich auf ihre Kosten. Sky sendet neue Staffeln seriell, neue Folgen werden wochenweise freigegeben. Um sich diesem Rhythmus zu entziehen, warten viele Zuschauer bis zum Staffelende. Dazu haben sie derzeit reichlich Gelegenheit: Von „House of Cards“ gibt es inzwischen auch Staffel vier mit allen 13 Folgen auf Abruf. Die Serie „11.22.63 – Der Anschlag“ nach dem Roman von Stephen King ist so gut wie abgeschlossen. Und am kommenden Montag steht auch die letzte Folge der sechsten Staffel von „Game of Thrones“ als Video-on-Demand-Angebot zur Verfügung. Aber es gibt auch Neues: Am Freitag ist die zweite Staffel von „Aquarius“ mit David Duchovny in der Hauptrolle gestartet. Flower Power und Charles Manson sind hier die Stichworte.

Amazon ist günstig - doch kann der Dienst auch liefern?

Mit seinem Kombiangebot aus Lieferdienst und Streamingportal hat sich Amazon in der Gunst der Zuschauer nach vorn katapultiert – und muss nun regelmäßig neue Inhalte liefern, um die Abonnenten bei Laune zu halten. Am 1. Juli startet die erste Staffel von „Heroes Reborn“ über Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die allerdings bereits aus dem Jahr 2006 stammt. Highlight im Sommerprogramm ist die am 15. Juli exklusiv bei Amazon Prime startende Serie „Lucifer“ mit Tom Ellis. Der Plot ist vielversprechend: Dem Fürsten der Finsternis wird es in der Hölle zu langweilig, nun betreibt er einen Nachtclub in Los Angeles (wo sonst?). Als eine Bekannte ermordet wird, hilft er der Polizei bei der Suche nach dem wahren Mörder.

Zu den exklusiven Serien von Watchever gehört in diesem Sommer unter anderem die zweite Staffel der Erfolgsserie „The Returned“ über Wiedergänger in einem französischen Bergdorf. Die Mysteryserie „Wayward Pines“, die ebenfalls exklusiv bei Watchever läuft, spielt dagegen in der gleichnamigen fiktiven Kleinstadt in Idaho. Die Menschen können den Ort nicht verlassen, sie sind unfreiwillig in einem „Arche Noah“-Projekt gefangen.

Welche TV-Programme und Streaming-Angebote sie dabei sehen konnten, ist nicht bekannt. Nimmt man alle Dienste zusammen, wäre die Auswahl gar nicht mal schlecht. Ein Anbieter allein reicht jedoch nicht aus, um sich nur von Premieren unterhalten zu lassen – egal, ob man nun Bingewatch-Fan oder Genießer ist.

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