"Sturm beim Arco di Miseno bei Miliscola am Golf von Neapel", unbekannter Maler (um 1840) Foto: Bassenge
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Vorbesichtigungen im Auktionshaus Bassange Arbeit der Zeit

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Von Christi Geburt bis zur "Schule der Neuen Prächtigkeit": Das Angebot für die Herbstauktionen bei Bassenge führt durch Jahrhunderte der Malerei.

Vier Jahrhunderte umspannt die Versteigerung von Gemälden alter und neuerer Meister im Berliner Auktionshaus Bassenge. Wer den Katalog in der Hand hält, der reist durch die Zeiten, erblickt eine aus Italien stammende „Madonna mit Kind“ zum Schätzpreis von 9000 Euro, passiert Christi Geburt eines anonymen Schöpfers (um 1580) und gelangt zur „Allegorie der vier Elemente“, die Adriaen von Stalbemt um 1620 in Antwerpen verewigte. Als Hymne auf den nackten Körper in der Natur. 140 000 Euro erwartet das Haus zu Recht für jenes Gemälde, das Spitzenlos.

Stark vertreten: Bilder aus dem 19. Jahrhundert

Delikat gemalt sind jedoch auch andere Werke. Porträts wie das zarte „Bildnis Königin Luise von Preußen“, die Wilhelm Böttner um 1800 auf Leinwand bannte und die nun mit einer Taxe von 12 000 Euro angeboten wird. Das 19. Jahrhundert hat neben wilden oder erhabenen Landschaften auch Carl Seifferts nahezu fotografischen „Blick über die Ruinen des Amphitheaters von Taormina“ zu bieten (Taxe: 9000 Euro). Abschied von jenen Epochen nimmt man mit Interieurs und zwei undatierte Figurenbildern von Alfred Souci beziehungsweise Robert Emil Stüber, die vorsichtig die Tür zur Moderne öffnen.

Arbeiten von George Grosz, Klaus Fussmann oder Johannes Grützke

Hier widmet Bassenge eine stattliche Zahl von Losen dem Expressionisten Otto Gleichmann und ebenso Horst Janssen, der mit Radierungen und dem Farbholzschnitt „Nonnen“ (1500 Euro) vertreten ist. Auf 12 000 Euro wird ein aquarellierter Farbholzschnitt von Hans Arp geschätzt, Max Beckmanns Lithografie des Gemäldes „Die Nacht“ hat eine Taxe von 60 000 Euro. Ein Zehntel davon sollen sechs Farbradierungen von Peter Doig kosten – datiert, signiert, aber nicht nummeriert und damit typisch für die Auflagen der Hamburger Griffelkunst.

Unikate sind von Günther Förg, Klaus Fussmann, Werner Gilles oder George Grosz im Angebot, dessen Aktgemälde „Hommage à Renoir“ mit 20 000 Euro aufgerufen wird. Bei 28 000 Euro steigt Bassenge mit einem Bild des im Frühjahr 2017 verstorbenen Malers Johannes Grützke ein. Sein „Monument der Tröstungen“ ist ein ebenso frühes wie rares Beispiel jener „Schule der Neuen Prächtigkeit“, mit der Grützke sich im Kanon der Malerei verewigt hat.

Galerie Bassenge, Vorbesichtigungen: 15.–19. Jahrhundert, bis 28.11., Erdener Str. 5a / Moderne: bis 30.11., Rankestr. 24

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