Die Überlebenden von Hiroshima waren radioaktiv verstrahlt. In Japan nannte man diese Menschen „Hibakusha“. Foto: imago/Leemagep

Uranium-Filmfestival in der Kulturbrauerei Überleben mit den Folgen der Strahlung

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Die Ausstellung „Hibakusha weltweit“ zeigt während des Uranium-Filmfestivals im Kino der Kulturbrauerei 49 Orte, an denen die Atomindustrie ihre Spuren hinterlassen hat.

„Die Haare fielen aus, das Zahnfleisch blutete, es blutete unter den Fingernägeln, fleckförmige Blutungen unter der Haut entstanden am ganzen Körper. Die Ärzte waren ratlos. Hatte diese neue Bombe einen unbekannten Krankheitserreger oder Giftgas verbreitet?“

So beschreiben Elke Tashiro und Jannes K. Tashiro in ihrem Buch „Hiroshima. Menschen nach dem Atomkrieg“ die Ratlosigkeit der Ärzte nach dem Atombombenabwurf von Hiroshima am 6. August 1945. Neben den Folgen der Hitze und der zerstörerischen Druckwelle traten Symptome auf, die man nicht deuten konnte. Die Überlebenden waren radioaktiv verstrahlt. In Japan nannte man diese Menschen „Hibakusha“ (sprich: Hibackscha), ein spezielles Wort, das das ganz spezielle Leiden an den Folgen der Bombe ausdrückt: „Hi heißt: Leiden, baku: Bombe, sha: Mensch“, erklärt Tashiro das Wort.

Hiroshima und Nagasaki stehen für die Atombombenopfer und ihre Überlebenden, aber leider ist die Liste der Strahlenopfer viel länger geworden, denn nicht nur die militärische Nutzung der Atomkraft fordert Opfer, sondern auch die zivile. Auch die Menschen von Fukushima nennen sich nun Hibakusha. 49 Orte zählt die Posterausstellung „Hibakusha weltweit“, die die IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. in ihrer Posterausstellung „Hibakusha weltweit“ während des Uranium-Filmfestivals zeigt.

Von Alamogordo, einer kleinen Stadt im US-Bundesstaat New Mexico, wo die allererste Atombombe 1945 gezündet wurde, bis Witwatersrand in Südafrika, wo es Uranminen gibt, reicht die Liste der Orte. Kein Kontinent ist verschont. Die Ausstellung klärt auf über die vielen Elemente der nuklearen Kette, über Uranabbau und -einsatz, über die Folgen von Uranmunition im Irak oder die Folgen von Fukushima. Die Gefahr ist größer als man denkt.

Die Ausstellung ist vom 11.10. bis 15.10.2017 im Foyer des Zeiss-Großplanetariums zu sehen. Öffnungszeiten unter: www.planetarium.berlin.

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