Blick vom Garten auf die Villa des Schriftstellers Thomas Mann in Pacific Palisades. Foto: dpa
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Thomas-Mann-Villa in Los Angeles Erste Stipendiaten wohl schon im September

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Nach dem Kauf des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles will die Bundesregierung den Ort nutzen, um die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu stärken.

Außenminister Sigmar Gabriel sieht in der Exil-Villa von Thomas Mann in Los Angeles einen Ort zur Stärkung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. „Mit dem Thomas-Mann-Haus haben wir künftig einen idealen Ort, um im Geiste Thomas Manns wieder mehr den Blick füreinander zu schärfen, gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern die großen Fragen unserer Zeit zu erarbeiten und das Fundament für gemeinsame Lösungen zu finden“, teilte er mit. Deutschland hat das Haus, in dem die Manns von 1941 bis 1952 lebten, im vergangenen Herbst für umgerechnet 12,5 Millionen Euro gekauft.

Mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Politik sagte Gabriel (SPD): „Gerade die letzten Wochen haben sehr deutlich gezeigt, dass die transatlantische Partnerschaft kein Selbstläufer mehr ist. Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir den engen Austausch mit den USA zu den uns bewegenden Themen ausbauen, auch und gerade mit den Mitteln der auswärtigen Kulturpolitik.“

5 Millionen für Pflege und Instandsetzung

Aus der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes heißt es, dass die ersten Stipendiaten wahrscheinlich schon im September in dem Haus am San Remo Drive in Pacific Palisades residieren sollen, eher für ein halbes Jahr als nur für ein paar Wochen. Es gehe weniger um das Modell „Junger Künstler wohnt und arbeitet ein paar Wochen im kreativen Los Angeles“ als vielmehr um die Förderung von Austausch mit Amerika in Wissenschaft, Technik, Kultur oder auch Gesellschaftstheorie. Die leitende Fragestellung solle dabei sein „Was macht die transatlantische Wertegemeinschaft aus?“.

Zunächst wird das Haus, das nach der Familie Mann jahrzehntelang ein Ehepaar bewohnte, behutsam renoviert. Für Instandsetzung und Pflege hat der Bundestag etwa 5 Millionen Euro bewilligt, unter denen man aber deutlich bleiben will, wie es aus dem Auswärtigen Amt heißt.

Die Organisation vor Ort soll die in Los Angeles etablierte deutsche Künstlerresidenz Villa Aurora übernehmen. Dort werde auch der Beirat bestimmt, der das Auswahlverfahren der Stipendiaten übernehme. (dpa)

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